Wer sagt’s den Kindern?

Allgemein

Sollte eines Tages den Historikern Zugang zu den Archiven des Weißen Hauses gewährt werden, damit sie die glorreiche Geschichte der Bush-Ära schreiben, werden sie sich wundern: Beim E-Mail-Verkehr gibt’s erhebliche Lücken.

Während die US-Regierung umfassende Bestimmungen erlassen hat, wie zum Beispiel Unternehmen ihre elektronische Korrespondenz zu verwalten und aufzubewahren haben, herrscht beim Präsidenten selbst offenbar fröhliches Durcheinander.

Dabei hatte man sich eigentlich nach der Clinton-Lewinsky-Affäre, in deren Verlauf der laxe Umgang mit der Datensicherung erstmals thematisiert wurde, eigentlich verpflichtet, alles besser zu machen. Aber wie das Leben so spielt: Dann kam 2002 die große Umstellung von Lotus Notes auf Microsoft Exchange, und was danach passierte, ist offenbar nicht mehr so richtig nachzuvollziehen, wird jetzt aber zum Zankapfel.

So erklärte zwar ein Regierungssprecher, man habe keinen Grund zur Annahme, dass auch nur irgendeine Mail verschwunden sei; gleichzeitig verkündet aber ein Untersuchungskommitte, dass beispielsweise in der Woche nach Saddam Husseins Ergreifung an drei verschiedenen Tagen keine einzige E-Mail des Präsidentenbüros archiviert wurde.

Was natürlich positiv interpretiert auch bedeuten könnte, dass der US-Präsident immer dann, wenn’s brenzlig wird, lieber zum Telefon greift, was ja auch den Vorteil hat, dass man dann nicht diese ganzen komplizierten Wörter schreiben muss. [gk]

Washington Post