Merkel: Informationstechnologie bewirkte Fall der Mauer

Politik

Ein Konflikt zwischen ITK-Wissen der Bürger und den Zielen der Herrschenden habe den Verfall der osteuropäischen Diktaturen vorangetrieben, erklärt die Kanzlerin. Ob sie da mit falscher Zeitrechnung arbeitet?

Auf dem heute gestarteten “Government Leaders Forum Europe” in Berlin wollte Bundeskanzlein Angela Merkel wohl gut beim Veranstalter (Microsoft) dastehen und ließ sich zu der Aussage hinreißen, die IT-Branche sei der eigentliche Grund für den Fall der Mauer.

Der Fall der Mauer sei “Produkt der kulturellen Revolution durch die Informations- und Telekommunikationstechnologie”, denn “ITK-Kenntnisse der Bürger erzeugen einen Zielkonflikt für Diktaturen”: Auf das Web und dessen Informationsvielflt kann sie dies allerdings wohl nicht beziehen: Das WWW wurde erst 1991 erfunden und das Internet stand zu Zeit des Mauerfalls1989 nur wenigen ausgesuchten Wissenschaftlern zur Verfügung.

Dennoch erklärt Merkel, dass die “diktatorischen Systeme dieser Welt” allesamt “prinzielle Probleme” bekommen. Inwzischen stimmt das auch. Merkel: “Auf der einen Seite müssen sie die Informationen verfügbar machen, als Voraussetzung, um ökonomisch erfolgreich zu sein. Sie kommen aber allesamt in einen Zielkonflikt.”

Doch müssten diese Länder einerseits ihre Bürger in die Lage versetzen, mit IT zu arbeiten, dürften diese aberandrerseits “nicht so mündig werden lassen, dass sie das System außerhalb der Arbeitszeit kritisieren.”

An diesem Konflikt seien die Systeme des Ostblocks letztlich zerbrochen. Auch, wenn es damals die Informationsflut des Web noch nicht gab? (mk)

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