Datenrettung mit R-Studio 4.2
Patchwork für Daten

Big DataData & StorageSicherheit

Egal ob durch Virenattacken, Stromausfall oder einen zu schnellen Zeigefinger – sind wichtige Daten erstmal gelöscht und ein aktuelles Backup fehlt, dann schlägt die Stunde der Datenrettungs-Software. R-Studio will sogar zerschossene RAID-Verbünde flicken.

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Datenrettung mit R-Studio 4.2

R-Studio ist so ein Tool, das im Notfall die Diplomarbeit, wichtige Präsentationen oder einfach nur die Foto-Bibliothek der letzten fünf Jahre aus dem Daten-Nirwana holt. Die Bedienung ist trotz explorer-artiger Ansicht hakelig, Administratoren sollten aber nach kurzer Einarbeitungszeit zurecht kommen. Die Software unterstützt sämtliche Windows-Dateisysteme sowie Ext2, die BSD-Systeme UFS1 und UFS2 sowie neuerdings HFS und HFS+ von Apple. Das geht soweit, dass sogar die Zugriffseinstellungen für einzelne Dateien auf den früheren Stand gesetzt werden können. Gut gelöst: Die Software durchsucht alle Datenträger, die von Windows erkannt werden, also auch externe Festplatten, Speicherkarten und USB-Sticks. Über die Vorschau können Nutzer bei einzelnen Files schnell prüfen, ob es sich um die gesuchte Datei handelt. Wer zu viele Ergebnisse präsentiert bekommt, kann auch einen Dateifilter einschalten, der etwa nur PPT-Dateien anzeigt, die mit marketing beginnen.

Festplatten-Scan: R-Studio sucht gründlich nach Dateiresten, auch auf bereits formatierten Datenträgern (Klick aufs Bid zeigt Details in Originalgröße).

Gelöschte Dateien, die nicht mehr in den Master File Tables verzeichnet sind, kann der Standard-Modus nicht wiederherstellen. Nutzer müssen dann den Datenträger scannen. R-Studio durchsucht dann die komplette Partition oder einen festgelegten Bereich mit Argusaugen. Im Test für 128 GByte benötigt das Programm über zwei Stunden.

Der Vorteil: Der Scan-Modus funktioniert auch für zerstörte Dateisysteme und bereits formatierte Partitionen. Dementsprechend kryptisch ist das Ergebnis: Auf einem Test-PC zeigt R-Studio 97 Partitionen als gefundene Einträge an, die von diversen alten Installationen stammen. Die gelieferten Ergebnisse sind top, nur haben User manuell keine Chance die Nadel im Heuhaufen zu finden.

Umso wertvoller ist die leistungsfähige Suche: Sie erlaubt reguläre Ausdrücke und die Einschränkung auf Dateigröße und Änderungszeitraum ? das ist praktisch um die Ergebnisse einzugrenzen. Leider werden die Ergebnisse nur im unteren Abschnitt des Fensters als Text angezeigt; User müssen dann umständlich im Dateibaum den Pfad suchen ? cleverer wären an dieser Stelle direkte Links um sofort zur gefundenen Datei zu springen.


Selbst auf RAIDs verteilte Daten werden gerettet

Datenrettung mit R-Studio 4.2

Funktionierende Software- und Hardware-RAIDs erkennt R-Studio im Test ohne Murren. Kniffliger ist ein zerschossenes RAID, bei dem die Daten über mehrere Platten verteilt sind – hier muss der User selbst eingreifen und die verwendeten Blockgrößen manuell richtig setzen. Eine neue Funktion erlaubt in R-Studio das Erstellen von virtuellen RAIDs. Per Drag-and-Drop fügen Nutzer die Partitionen hinzu und können so etwa ein Stripeset nachbilden. Tatsächlich fügt R-Studio im Test auch verstreute Dateien dann wieder richtig zusammen.

Virtuelles RAID: Per Drag-and-Drop zimmern User geschrottete RAID-Verbünde wieder zusammen (Klick auf Bild ergibt die Gesamtansicht).

Wenn Windows nicht mehr startet, können Nutzer über eine Notfall-CD booten und Dateien retten. Diese CD müssen sie aber vorher explizit erstellen, denn das mitgelieferte Medium kann das nicht.

Weitere Einschränkung: Das Restaurieren vom Notfall-Medium geht nur auf FAT-Partitionen oder -Netzlaufwerken, da der verwendete Linux-Kernel weder USB noch Firewire unterstützt. Komfortabler ist es in diesem Fall, die Festplatte auszubauen und als zweiten Datenträger an einen PC mit R-Studio zu hängen. Admins, die die Software im Firmennetzwerk einsetzen, sollten einen Blick auf die Netzwerk-Version werfen.

Praktisch: Mit der kostenlosen Demo-Version können User testen ob R-Studio die Dateien findet. Erst dann lohnt sich der Kauf.


Testergebnis R-Studio 4.2

Datenrettung mit R-Studio 4.2

Fazit: Rettungs-Software mit sehr guter Leistung. Trotzdem ersetzt das Programm kein Backup. Die Bedienung sollte zudem verbessert werden.

Produktname: R-Studio 4.2
Hersteller:
R-Tools Technology
Internet:
www.haage-partner.de
Preis: 90 Euro

Note gut
Leistung (40%): sehr gut
Ausstattung (30%): gut
Bedienung (30%): ausreichend

Das ist neu
– Virtuelles RAID
– Support für HFS und HFS+

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: ab Windows 98
Prozessor: Pentium-Klasse
Arbeitsspeicher: 64 MByte