Boombastisch: Poker holt Porno ein

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Trotz Verbot, schlechtem Image und Kassandra-Rufen, der Hype um das Glück am Pokertisch bleibt ungebrochen.

inq_pokerboom.jpgSeit halben Ewigkeiten gibt es Casino-Games im Internet. Doch erst 2002 setzte Poker zu seinem singulären Erfolg an, getrieben durch TV-Übertragungen. Der Boom steigerte das Umsatzvolumen weltweit geschätzt auf um die 10 Milliarden Euro pro Jahr. Damit ist das Niveau der Pornobranche erreicht – mit nur einem einzigen Kartenspiel!
Die Casinobetreiber können auch deshalb so viel Profit erwirtschaften, da die Kosten für den Betrieb einer Web-Spielhölle durch ein Minimum an Personal und relativ wenig technischem Aufwand sehr niedrig liegen. Überraschend: Das US-Verbot von Online-Gambling, das seit Oktober 2006 als Bundesgesetz gilt, konnte den Poker-Boom nicht bremsen. Vielmehr nutzte dieser Schritt anderen Märkten, vor allem Europa.
Täglich nehmen heute 1,5 bis 2,5 Millionen Zocker am virtuellen Pokertisch Platz. In Deutschland wurde der Boom ausgelöst als Chris Moneymaker bei den World Series of Poker 2003 als Amateur groß absahnte. Er war als Internet-Hobbyspieler mit 39 Dollar angetreten, qualifizierte sich für das Turnier in Las Vegas und räumte dort spektakulär alle Profis aus dem Feld und am Ende 2,5 Millionen Dollar Preisgeld ab. (rm)

pte