Die wahre Geschichte der Xbox-360-Ausfälle

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Eine Tageszeitung in Seattle veröffentlichte die Aussagen eines langjährigen Mitarbeiters des Xbox-Projekts: Wie es wirklich mit den Ausfällen von Microsofts Daddelkiste stand – und steht.

Das Interview führte ein Leserblogger des Seattle Post Intelligencer. Für seine echten Insider-Kontakte spricht, dass er auch als erster und eine Woche vor dem offiziellem Eingeständnis von der Lösung der Bungie-Studios aus den Microsoft-Frondiensten nach dem Halo-3-Erfolg zu berichten wusste.

Zu den Ausfallraten der Xbox 360 erklärte die Quelle: „Es sind rund 30 Prozent, und sie fallen meistens ziemlich früh aus. In diesem Quartal erwarten sie eine Million Ausfälle, meistens bei diesen Xenons. Einige fallen bereits wiederholt aus. Die Lebenserwartung ist so schlecht, weil das Design sehr wenig Spielraum für die meisten wichtigen Parameter übrig ließ.“ Xenon war der Codename des ersten Mainboard-Designs, das in der Spielkonsole eingesetzt wurde. Für ihren Ausfall mit dem Red Ring of Death (RROR) sind die Xboxen seit ihrer ersten Inkarnation berüchtigt.

Was die Qualitätsversprechen angeht, kann uns der Insider nicht eben beruhigen: „MS hat von Anfang an zu wenig Mittel für dieses Produkt eingesetzt in allen Entwicklungsbereichen. Vor allem fehlte es an Unterstützung für Test, Qualitätskontrolle, Herstellung und das Lieferantenmanagement … MS war so darauf aus, Sony in dieser Runde zu schlagen, dass die 360 voreilig auf den Markt geworfen wurde, obwohl es alle Anzeichen für ernsthafte Mängel gab. Die Konstruktion war nur unzureichend und unvollständig getestet, als das Gerät für die Produktion freigegeben wurde.“

Eher beunruhigend ist, was die Quelle über die neueren Konstruktionen zu sagen hatte: „Ich habe gehört, dass die Ausfallrate der gegenwärtigen Konstruktion unter 10 Prozent liegt. Das ist viel, viel besser, aber noch immer zu hoch.“

Inzwischen wurde auch bekannt, welches kostenlose Spiel Microsoft als Ausgleich für die Xbox-Live-Ausfälle spendieren will. Da die Kunden trotz bezahlter Monatsgebühr zum Jahresende nicht über das Online-Spielenetz daddeln konnten, dürfen sie kostenlos das Arcade-Spiel Undertow downloaden.

(Dean Pullen/bk)

Inquirer UK

Seattle Post Intelligencer