Backbone-Revolution: Plastik statt Glasfaser

BreitbandNetzwerke

Statt der teuren Glasfaser sollen künftig Lichtwellenleiter aus Kunststoff für hohe Geschwindigkeiten in Europas Netzwerken sorgen. Vorteile: Günstiger, flexibler, haltbarer.

Multimediale Internet-Anwendungen wie Videoinhalte und Telefonieangebote benötigen immer höhere Bandbreiten. Bislang verlegten die Telekomunternehmen teure Glasfasernetze für ihre Backbones. Doch nun tritt ein Lichtwellenleiter aus Kunststoff – eine Polymer-optische Faser, kurz POF – seinen Siegeszug an. Er senkt den Kapitalbedarf im Idealfalle sogar unter das Niveau von Kupferkabeln und sei widerstandsfähiger.

Bei POF ist jede Faser nur einen Millimeter dick und obendrein flexibel und unempfindlich gegen elektromagnetische Einflüsse. Sie können einfach neben bestehenden elektrischen Leitungen eingezogen werden und benötigen keine extra Abschirmung wie etwa die Kupferkabel. Daher darf jeder Techniker die Plastikfaser verlegen. Die zerbrechliche Glasfaser erforderte eine Schulung für die Monteure.

Tests haben für die Plastikfasern Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde auf einer Strecke von 300 Metern ergeben. Kürzere Fasern erlauben ein Tempo von bis zu 1 Gigabit/s. Das Ziel laute nun, diese Datenrate auch auf über 100 Metern zu erreichen. (rm)

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