Ein Staat macht mobil: Merkel billigt Nokia-Boykott

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Die Finnen dürften nach der ungeschickten Werksschließung in Bochum so langsam den Gegenwind in Deutschland zu spüren bekommen. Vor allem Politiker rufen zum Halali – mit dem Segen der Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ gestern über Sprecher Thomas Steg ihr Verständnis für die Boykott-Aufrufe ausrichten. Ein Novum in der Politik. Zuvor hatten sich nicht nur Hinterbänkler, sondern vor allem die wahlkämpfenden Politiker in die Betroffenheits-Brust geworfen. Auch Agrarminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck kündigten öffentlich an, sich von ihren persönlichen Nokia-Handys zu trennen (was, die können so was bedienen?). Seehofer lasse angeblich rechtliche Möglichkeiten eines Boykotts der Marke für sein gesamtes Ministerium prüfen.
Merkel forderte Nokia direkt auf, die Motive für die Schließung des Standorts in Nordrhein-Westfalen offen zu legen. Das Bundesland untersucht gerade, ob man 41 Millionen Euro Subventionen von den Finnen zurückverlangen könne. Für Dienstag ist eine Großdemonstration in Bochum angesetzt. Ob dabei öffentlich Nokia-Handys an den Marterpfahl kommen, ist nicht bekannt. (rm)

Reuters

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