Big Brother bei Microsoft

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Umstrittener Patentantrag: Der weltgrößte Software-Konzern will ein Überwachungssystem für Angestellte schützen lassen, das seinesgleichen sucht: Puls, Hirnwellen, Atemfrequenz – sogar der Gesichtsausdruck soll erfasst werden.

Die lückenlose Überwachung und Kontrolle über Angestellte ist wohl der Traum vieler Unternehmen. Microsoft könnte ihne wahr machen und hat ein System zum Patent angemeldet, mit dem die Leistung von Mitarbeitern anhand physiologischer Daten erfasst werden soll. Schon Mitte 2006 wurde beim US Patent & Trademark Office ein entsprechender Antrag gestellt; erst Anfang 2008 wurde dieser bekannt und von Times Online entdeckt.

Die Überwachung, so wie sie sich Microsoft vorstellt, ist nahezu lückenlos: Mit Drahtlos-Sensoren soll neben Herzschlag, Blutdruck, Körpertemperatur, Hautwiderstand, Hirnwellen und Atemfrequenz selbst der Gesichtsausdruck erfasst werden. Frustriert vom Chef? Achtung, das bekommt er immer mit. Man hat sich die Nacht um die Ohren geschlagen? Das System erkennt bereits am Morgen überdurchschnittliche Müdigkeit und könnte geringere Leistungsfähigkeit signalisieren. Laut Times Online wäre Microsoft das erste Unternehmen, das eine Technik zur permanenten Überwachung normaler Arbeitsplätze einsetzen könnte. So beobachtet fühlen sich bislang nicht mal Berufsstände wie Piloten oder Astronauten, bei denen eine Überwachung üblich ist.

Ziel der Technik ist die Leistungsbeurteilung Einzelner oder Arbeitsgruppen durch das Erstellen von Profilen über einen längeren Zeitraum. Freilich denkt Microsoft auch im Sinne seiner Mitarbeiter: Erkennt »Big Brother« beispielsweise, dass mehrere Angestellte das gleiche TV-Programm sehen oder das gleiche machen, könne man laut Patentantrag etwa passende Diskussiongruppen eröffnen – um die sozialen Beziehungen untereinander zu fördern. (tk/dd)

( tom’s hardware)

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