Windows Home Server erschafft neuen Menschentyp
Das hat sich Darwin nicht träumen lassen!

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Microsofts Home Server hat es geschafft: Der private Mensch ist in seiner adaptiven Evolution zum Homo Netzwerkus-Administratus fortgeschritten. Das könnte auch Auswirkungen auf die Businesswelt haben, meint Dave Bailey.

Dubioser Homesever?

Windows Home Server erschafft neuen Menschentyp

Nun, da nach all den fetten und feuchtfröhlichen Feiertagen sich die morgendlichen Katerchen wieder auf das Normalmaß reduzieren und ein neues Jahr beginnt, möchte ich Sie nochmals in die Vergangenheit entführen und zwar auf die Consumer Electronics Show in Las Vegas im vorigen Jahr. Auf dieser Messe hat Bill Gates den Windows Home Server angekündigt, ein Produkt, dessen Daseinszweck darin besteht, ?bessere Möglichkeiten für die Organisation, Teilung und den Schutz digitaler Inhalte und Informationen zu Hause zu schaffen”. Dieses Jahr hat seine Firma nur dubiose Kinderbücher zum Homeserver verteilt (News und Bildergalerie dazu hier): Man sieht, die Evolution beginnt schon im Kindesalter.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die meisten Serveradministratoren das kalte Grausen überfällt, wenn sie nach einem harten Arbeitstag ausgelaugt vom zähem Ringen mit Active Directory nach Hause kommen, um flugs von den Kindern in die Mangel genommen zu werden, wie nun der Windows Home Server am besten einzurichten ist.

Aber Gates hat durchaus Recht. Die Daten, welche sich auf den privaten PCs tummeln, müssen wirklich besser geschützt werden. Man stelle sich nur das Gefühl vor, wenn plötzlich alle jpegs, MP3s und Videos, die jetzt in heillosem Durcheinander auf der Festplatte herumschwirren, verloren gehen würden. Und wären die Kinder ohne ihre ganzen Dateien überhaupt lebensfähig? Ganz sicher nicht – also wie sichert man sie am besten? 5 MByte .Zip-Dateien an den Google-E-Mail-Account schicken?


Ende der Profi-Admins?

Windows Home Server erschafft neuen Menschentyp

Es sieht ganz danach aus, dass die Unmengen an IT-Ausrüstung, welche in die privaten Haushalte einzieht, auch die Eltern dazu bringen, sich in IT- und Netzwerkadministratoren zu verwandeln. All die Wireless Router, Network Attached Storage (NAS) Systeme, Webcams und VoIP-Clients, mit denen jetzt der Markt überschwemmt wird, werden wohl kurz über lang dazu führen, dass Netzwerk-Administration zu einem äußerst wichtigen Kapitel in jedem Leitfaden für junge Eltern werden wird – und damit jede Familie reif fürs IT-Business macht. Geht also bald die Zeit der gutbezahlten Experten vorbei? Meiner Meinung nach nicht – vielleicht der Netzwerk-Admins, aber IT hat noch so viel mehr zu bieten!

Ich bin davon überzeugt, dass es bereits eine nicht unbedeutende Anzahl von Leuten gibt, die ihre eigenen Server, Storage Area Networks (SAN), Intrusion Prevention Systeme (IPS) haben und außerdem das ganze Haus mit Glasfaserlinks zugepflastert haben. Einige mögen diese Personen einfach als Modelleisenbahnfans des digitalen Zeitalters oder CB-Funk-Bastler der Neuzeit abtun. Ich glaube aber, damit wird man ihrer Bedeutung nicht gerecht.


AdaptiveEvolution des Menschen

Windows Home Server erschafft neuen Menschentyp

Kürzlich wurde in einem Bericht der amerikanischen wissenschaftlichen Publikation Proceedings of the National Academy of Sciences mit dem Titel ?Recent Acceleration of Human Adaptive Evolution? (etwa: Die kürzliche Beschleunigung der menschlichen adaptiven Evolution) behauptet, dass sich die menschliche Rasse schneller entwickelt als ursprünglich gedacht.

Mit all den Webdiensten, wie Online-Banking und Identitätsmanagement braucht es schon recht ordentliche IT-Kenntnisse, um seine Familie vor all Betrügereien und Gemeinheiten, die das Web so in sich birgt, zu schützen. Rechnet man noch das ganze Sammelsurium an Netzwerkeinrichtungen in den Haushalten hinzu, können wir wohl in Bälde mit einem neuen Menschentyp rechnen: Homo Netzwerkus-Administratus.

Man kann sich die glücklichen Eltern fast bildhaft vorstellen, wie sie ins Kinderbettchen schauen und ihr ganzer Stolz die Anschlussmöglichkeit eines RJ-45 Kabel mit einem Handheld von Fluke Networks überprüft, das ihnen als Taufgeschenk überreicht wurde. Aber vergessen Sie bloß nicht die Active Directories in Ihrer Firma!

Nachträglich also Ein Gutes Neues Jahr!