Deutsche geben 2007 1,1 Milliarden Euro für Online-Werbung aus

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Die deutschen Werber haben offenbar endlich das Internet entdeckt: Neue Ergebnisse der Nielsen Media Research GmbH sprechen von quartalsmäßig steigenden Ausgaben. Discounter Plus gibt am meisten für die Online-Werbung aus.

In seiner neusten PDF-Veröffentlichung vom 15.01.08 gibt Nielsen Marktforschung bekannt, wie viel deutsche Werber für Onlinewerbung investierten: 1,1 Milliarden Euro sind in der Onlinewerbung gelandet – zumindest handelt es sich um die Werbungen, die man erfasst hat. Durch die Dunkelzahl nicht erfasster Werbeformen (etwa Firmenblogs, Aktivitäten in 2nd Life oder Social Networking) dürften sich aber wohl schon 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro ergeben.

Die Zahlen zeigen aber: selbst die rückständigsten Werber haben erkannt, dass sie das Internet in ihren Medienmix aufnehmen müssen. So stiegen die Bruttowerbeumsätze kontinuierlich: von knapp 210 Millionen Euro im ersten Quartal auf 262 Millionen Euro im zweiten Quartal bis zum dritten Quartal 2007 mit 275 Millionen Euro. Das letzte Quartal 2007 habe Rekordbrutto- Werbeeinnahmen von ganzen 393 Millionen Euro ergeben. Dieser Wachstumspfad werde auch 2008 weiter betreten werden, erklärt Ludger Wibbelt, Geschäftsführer der Nielsen Media Research, in seiner Mitteilung.

Werbeintensiv war hier allerdings vor allem die Onlinebranche selbst: Der Bereich “Online-Dienstleistungen” platzierte insgesamt 216 Millionen Euro für seine Werbeschaltungen im Internet, stellt also ein Fünftel der Umsätze. Danach folgt “die Telekommunikationsbranche mit knapp 94 Millionen Euro, gefolgt von den Finanzdienstleistern mit 81 Millionen Euro und der E-Commerce-Branche mit 62 Millionen Euro Online-Werbeinvestitionen. Die Handelsorganisationen investierten 59 Millionen Euro in ihre Online-Werbeschaltungen.”, heißt es in der Veröffentlichung. Von den 59 Millionen aus dem Handel kamen allerdings insgesamt 42 Millionen von Discounter Plus – der Rest des Handels scheint noch zögerlich zu sein.

Auch die Art der Online-Werbung erinnert an alte Fernsehzeiten: Alles was groß und bunt ist, verkauft sich besser. So ist bei den Werbeformen das “Superbanner” mit einem Anteil von 18,1 Prozent der Investitionen vorne, danach folgt der “Skyscraper” (Werbung über den rechten Bereich der Seite – 9,6 Prozent), das Rectangle (in der Mitte der Seite – 6,9 Prozent), Wallpaper (“Einpacken” des Contents in Werbung – 6,3 Prozent) und Medium Rectangle (4,7 Prozent).

Während in der IT-Branche eher Textwerbungen gut laufen, weil die Onlinewerber hier wissen, wie sie mit echten Inhalten um Aufmerksamkeit und ihr Google-Ranking kämpfen müssen, besteht bei den klassischen Werbern noch der Hang zum Großen und Bunten – da liegt zwar noch viel Geld drin, doch er Erfolg ist hier wohl eher auf das Markenbewusstsein als auf tatsächliche Verkaufserfolge bezogen. (mk)

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