Professorin verhängt Google-Verbot für Studenten

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Google ist so etwas wie Weißbrot für den Geist, sagt sie, und sorgt für dumme Studis. Und Wikipedia sei auch nicht viel besser.

Tara Brabazon machte aus ihrer Antrittsvorlesung an der University of Brighton eine Brandrede gegen Google und Wikipedia. Sie drängte Lehrkräfte auf allen Ebenen des Erziehungssystems, ihren Zöglingen die nötigen Fähigkeiten beizubringen, um Informationen aus dem Internet einschätzen und einordnen zu können. Über diese Fähigkeiten müssten sie zuerst verfügen, bevor man ihnen die technologischen Fähigkeiten vermittelt. Sie müssten zu beweglichen und kritischen Denkern ausgebildet werden, statt sich zur ersten Site treiben zu lassen, die ihnen Google nennt.

Das Internet schaffe eine Generation von Studenten, die mit einer Diät unzuverlässiger Informationen überlebe. Google sei wie Weißbrot, es fülle, ohne nahrhaft zu sein. Viele Studenten, die heute die Universitäten erreichten, könnten anekdotische und ungesicherte nicht von verlässlichen Informationen unterscheiden. Und mit Wikipedia sei es nicht viel besser:

„Studenten leben in einem Zeitalter der Information, aber was ihnen fehlt, das sind korrekte Informationen. Sie wenden sich ohne Vorbehalte an Wikipedia. Warum sollten sie nicht – es ist ja alles da.“

Die Professorin kämpft nicht wirklich gegen das Internet. Mit dem Niedergang der Bibliotheken, verringerten Buchbeständen und weniger Bibliothekaren, seien Medienplattformen absolut sinnvoll. Es gehe darum, den richtigen Umgang mit ihnen zu lernen.

Dafür gibt sie ihren eigenen Studenten reichlich Zeit. Im ersten Jahr ihres Studiums dürfen sie Wikipedia oder Google nicht als Recherchemittel benutzen. Sondern müssen sich ein ganzes langes Jahr ausschließlich mit gedruckten Texten beschäftigen.

(bk)

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