Zypries: Computerspiele sind Gift

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Wenn Politikern nichts mehr einfällt oder sie was nicht zur Kenntnis nehmen wollen, schieben sie eben alles auf die Medien. Oberschwabe Oettinger suchte die Ursachen der Jugendkriminalität beim Fernsehen, und die Bundesjustizministerin legte nach.

Der baden-württembergische Ministerpräsident kriegte sich nicht mehr ein ob der „Scheiß-Privatsender“ und meinte damit vor allem Super RTL sowie RTL II. Etwas gesetzter legte er nach aufkommender Kritik nach: „Es gibt Programme, die in einigen Sendern verstärkt kommen, von denen ich erhebliche Gefahren für die Erziehung der Jugend ausgehen sehe … Bei der Qualität haben wir leider eine Zunahme von gewaltgeneigten bewegten Bildern im Fernsehen.“

Kein Thema hingegen war für ihn das deutsche Auslese-Bildungssystem mit der viel zu großen Anzahl von Schulabgängern ohne Abschluss und Berufschancen. Dabei belegen Kriminalstatistiken klar diesen Zusammenhang mit jugendlichen Gewalttaten.

Bei einem Privatsender namens NTV schloss sich Justizministerin Zypries Oettingers Medienschelte an: Übermäßiger Fernsehkonsum sei „zweifellos eine der Ursachen“ für die Probleme bei der Erziehung von Jugendlichen. Auch PC-Spiele und Spielekonsolen seien für den Nachwuchs „Gift“. Denn die „Kinder lernen weder Sozialverhalten noch bewegen sie sich, wenn sie vor diesen Teilen sitzen, sondern werden zugeschüttet“.

(bk)

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