Second Life schließt Pleitebanken

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Der Zusammenbruch einer virtuellen Bank kostete die leichtgläubigen Geldgeber 750.000 lebensechte Dollar. Soll nicht wieder passieren, versprechen die Second-Life-Macher.

Die reingefallenen Investoren dussligen Spieler, die Geld bei der In-Game-Bank Ginko Financial deponiert hatten, gingen nach dem Zusammenbruch dieser gar nicht ehrwürdigen Institution leer aus. Maßnahmen von Seiten der Behörden drohten, und der Second-Life-Betreiber Linden Labs konnte der dreisten Abzocke nicht länger zusehen.

Linden Labs verbot nun jegliche virtuelle Finanzinstitute, die verzinsbare Geldanlagen annehmen und nicht von echten Banken der Realwelt betrieben werden sowie einer behördlichen Regulierung unterliegen. Wer nicht auch echte Bankautomaten in den Straßen stehen hat, darf auch keine mehr in der zweiten Welt aufstellen.

Insbesondere an den inflationär hohen Zinsen, die die virtuellen Geldvernichter boten, hätten die Geldgeber allerdings bereits erkennen können, dass in den Ländern von Second Life etwas nicht stimmt. Statt dessen rannten sie blind in den Ruin.

Richtig begeistert sind die echten Banker jetzt aber auch nicht über die versprochene Seriosität. Stefan Heng, Research Economic Advisor der Deutschen Bank vermisst das „unbegrenzt Kreative“ im virtuellen Geschäftsleben:

„Vom Prinzip her ist der gewählte Ansatz Linden Labs, seine Policy bei Finanzdienstleistern zu konkretisieren, der richtige. Fallen die Vorgaben in ihrer Umsetzung jedoch zu restriktiv aus, stellt sich damit die Grundsatzfrage, inwieweit die angepriesene Intention Second Lifes, für Unternehmen unbegrenzt kreativ zu sein, noch gewahrt werden kann.“

(bk)

Wired

pte