HD-DVD in den Todeswehen

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Warners Ausstieg löste Panik im HD-DVD-Lager aus. Und auch die deutsche Börse fantasiert jetzt vom schnellen Umstieg auf hochauflösende Scheiben eines unumstrittenen Standards namens Blu-Ray.

Warner Bros. hatte sich unerwartet für Blu-Ray als einziges HD-Format entschieden und stellte das auch noch als Notbremsung dar. Warners Chairman und CEO Barry Meyer: „Das Chancenfenster für hochauflösende DVDs könnte verpasst werden, wenn die Formatverwirrung weiter anhält. Wir glauben, dass der ausschließliche Vertrieb in Blu-Ray das Potenzial für den Erfolg im Massenmarkt erhöht und es schlussendlich dem Handel, den Produzenten und vor allem den Verbrauchern nützen wird.“

Die HD-DVD-Befürworter wurden kalt erwischt und sagten zwei Tage vor Eröffnung der CES eine angekündigte Pressekonferenz ab. Und flüsterten das kleinlaut per E-Mail: „Aufgrund des zeitlichen Zusammentreffens mit der heutigen Ankündigung von Warner Home Video haben wir entschieden, unsere Pressekonferenz zur CES 2008 zu verschieben. Wir bitten jegliche Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die dadurch entstehen könnten.“

HD-DVD-Promoter Toshiba jammerte etwas von bestehenden Verträgen, die Warner eigentlich einzuhalten hätte. Medienanalyst Richard Greenfield von Pali Research sieht jedoch schon alles gelaufen: „Wir erwarten, dass die HD-DVD einen schnellen Tod ‘stirbt’.“

Singulus, ein deutscher Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen, profitierte heftig von dieser Entwicklung. Börsenfantasien von einem schnellen Umstieg auf einen HD-Standard kamen auf. Die im TecDax notierten Aktien von Singulus schossen heute morgen um 16 Prozent in die Höhe.

(bk)

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