Anklage: IBM werfe Chemiemüll in New York ab

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Neulich hat sich der Technologiekonzern mit der PR-Kampagne “Green Computing” mächtig ins Zeug gelegt. Da haben Umweltschützer schnell mal nachgeschaut – und entdeckten giftigen Schleim.

Nicht IBMs Marketingabteilung sonderte das eklige Zeug ab, sondern die Stammfabrik in Endicott, Bundesstaat New York. Gleich sieben Anwaltskanzleien haben im Namen von 90 Klägern eine saftige Umweltschutzklage beim örtlichen Supreme Court eingereicht. Große Mengen giftiger Chemikalien sollen in der Nähe der Fabrik Luft, Boden und Grundwasser verschmutzt haben.
Pikant: Zu den Kanzleien zählt die durch den Fall “Erin Brockovich” berühmt gewordene Societät Masry & Vititoe. Sie hatte damals in einem Verfahren gegen Pacific Gas & Electric wegen Verseuchung des Trinkwassers eine Rekordsumme von 333 Millionen Dollar für die Opfer erstritten.
Nach Angaben von IBM-Sprecher Michael Maloney bedauere der Konzern, dass die außergerichtlichenVerhandlungen gescheitert seien und es nun zu einem Verfahren komme. Ach. Sowas. Sollten sie nicht lieber bedauern, dass möglicherweise krebserregendes Trichloroethylen (TCE) in großen Mengen im Trinkwasser landete? Die Chemikalie wird in der Industrie zur Entfettung verwendet. IBM soll sie von 1924 bis 2002 in Endicott genutzt und anschließend abgeleitet haben. Das “National Institute of Occupational Safety and Health” werde nun eine Studie starten, um den Anteil von Krebserkrankungen bei IBM-Beschäftigten in Endicott zu prüfen. (rm)

Dow Jones Newswire

Reuters