Softmaker Office 2008
Es muss nicht immer Microsoft Office sein

Office-AnwendungenSoftware

Nicht alle Nutzer finden an der komplett neuen Benutzeroberfläche von Microsoft Office 2007 Gefallen. Anwendern, die das alte Aussehen des Office-Paketes bevorzugen, bietet das Nürnberger Unternehmen Softmaker eine Lösung. Softmaker Office 2008 bringt außerdem Features mit, die die scheinbar übermächtige Konkurrenz nicht zu bieten hat.

Ein echtes Leichtgewicht

Softmaker Office 2008

Das Büropaket enthält neben der Textverarbeitung TextMaker und der Tabellenkalkulation PlanMaker mit Presentations nun erstmals eine Powerpoint-Alternative. Neu hinzugekommen ist außerdem die VBA-kompatible Sprache BasicMaker – nun können auch Softmaker-Anwender Makros schreiben.

Der Testkandidat bietet mit den Menüleisten und der Anordnung der Symbole das gleiche Look&Feel wie die Büro-Suiten vor Microsoft Office 2007 und die kostenlose Alternative OpenOffice. Wie die Open-Source-Lösung ist auch Softmaker Office plattformunabhängig und läuft unter Windows und Linux. Bisher ist lediglich die Windows-Version von Softmaker 2008 erschienen. Linux-User müssen derzeit noch mit Softmaker Office 2006 vorliebnehmen.

Office 2008 ist ein echtes Leichtgewicht. Es ist in wenigen Sekunden installiert und belegt nur 140 MByte Speicherplatz. Praktisch: Das komplette Büropaket lässt sich auf einem USB-Stick installieren und somit an jedem Rechner nutzen. Dazu muss der Anwender die Software zuerst auf der Festplatte installieren. Mit OpenOffice Portable wird auch eine tragbare Version der freien Office-Suite angeboten. Diese kann aber sofort und ohne Installation auf einem Speicherstick abgelegt werden.

Mit Tools wie Duden hebt sich Office 2008 von der Konkurenz ab.


Formatfrage/Fehlerfreie Texte

Softmaker Office 2008

Beim Umstieg auf einen neue Büro-Software ist die Frage nach den Dateiformaten eine häufig gestellte. Softmaker Office bietet neben proprietären Formaten auch die klassischen Microsoft-Formate DOC, XLS und PPT beim Speichern und Öffnen von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen an. Mit dem Open-Document-Format von OpenOffice kommt hingegen nur das Modul TextMaker zurecht. Die neuen Formate von Microsoft Office 2007 werden überhaupt nicht unterstützt. Das ist allerdings auch bei OpenOffice der Fall. Hier sollen erst in Version 3.0 entsprechende Importfunktionen eingebaut werden.

Aus allen drei Softmaker-Anwendungen heraus kann der User außerdem PDFs erzeugen und diese mit einem Kennwort schützen. In der aktuellen Version kann Microsoft Office dies nur mit einem Plug-in, das nachgerüstet werden muss. OpenOffice beherrscht den PDF-Druck standardmäßig und bietet dabei mehr Konfigurationsmöglichkeiten als Softmaker. Die wichtigsten wie das Einbetten von Schriften, die Kompression von Bildern und die Einstellung der Druckauflösung beherrschen aber beide.

Fehlerfreie Texte

Die Entwickler von TextMaker haben der Textverarbeitung zwei Werke aus dem Hause Duden spendiert. Der User kann direkt aus dem Programm das Deutsche Universalwörterbuch und das Große Fremdwörterbuch nutzen, um Begriffe nachzuschlagen. Allerdings sind die Duden nicht in die automatische Rechtschreibkorrektur von TextMaker integriert. Hierfür greift die Software auf ein eigenes Wörterbuch zurück, das wesentlich weniger Begriffe kennt – auch im Vergleich zu Microsoft Office und OpenOffice. Dennoch bringen die beiden Wörterbücher einen echten Mehrwert, den Microsoft- oder OpenOffice-Anwender nur gegen einen Aufpreis erhalten. Ungewohnt ist die Tatsache, dass der User sich bei der Autokorrektur zwischen der Berichtigung während des Tippens und einer Rechtschreibkontrolle im Hintergrund, die lediglich falsch geschriebene oder unbekannte Wörter unterstreicht, entscheiden muss. Beides zusammen, wie es etwa bei Microsoft Office möglich ist, funktioniert nicht.

Im Test fällt vor allem die Geschwindigkeit auf, mit der TextMaker auch lange und komplexe Dokumente öffnet. Brauchen Microsoft Office 2007 und OpenOffice einige Sekunden, um 70 Seiten mit Text, Grafiken, Tabellen und verschachtelten Gliederungen zu öffnen, zeigt TextMaker das Dokument fast ohne Verzögerung an. Wer eine Webseite per Copy and Paste einfügt, muss auf Bilder aus dem Web verzichten oder diese erst separat abspeichern und dann manuell einfügen – das macht die Konkurrenz besser.


Excel-Ersatz mit kleinen Macken

Softmaker Office 2008

Die Tabellenkalkulation PlanMaker ist dem großen Bruder Excel in den meisten Fällen ebenbürtig. Allerdings fehlt dem Softmaker-Modul eine Funktion, um Pivot-Tabellen anzulegen. Diese Form der Darstellung erleichtert bei komplexen Tabellen die Übersicht und ist eine der Stärken von Excel und mittlerweile auch von OpenOffice Calc. Ein weiteres Manko ist die Begrenzung auf maximal 16.348 Zeilen, was für Privatanwender zwar kaum ein Problem darstellen dürfte, aber im professionellen Einsatz nicht immer ausreicht. OpenOffice Calc und Excel 97 bis 2003 bieten mit 65.536 Zeilen einiges mehr. Excel 2007 macht erst bei 1.048.576 Zeilen Schluss. Beide Features (Pivot-Tabellen und mehr Zeilen) sollen erst in der nächsten Version von Softmaker Office eingebaut werden.

Im Test zeigt PlanMaker auch große Excel-Tabellen korrekt an, berechnet aber die Höhe von Zellen nicht immer richtig. So ragt eine Tabelle, die mit Excel 2007 erstellt wurde und dort auf eine DIN A4-Seite passt, in PlanMaker etwas über den unteren Seitenrand hinaus. Das Ergebnis: Statt einer kommen zwei Seiten aus dem Drucker.

Powerpoint-Klon

Wer bisher mit Microsofts Präsentations-Software gearbeitet hat, wird beim Einsatz von Softmaker Presentations kaum einen Unterschied feststellen. Funktionsumfang und Bedienung sind im Vergleich zu Powerpoint nahezu identisch: Die Folien lassen sich individuell oder mit wenigen Klicks einheitlich designen. Dazu bindet der Anwender Grafiken, Videoclips und Audiodateien ein, die während der Präsentation abgespielt werden. Ebenso simple werden Animationen für die Folienübergänge eingesetzt. Einen Präsentations-Assistenten, der zu Beginn die wichtigsten Einstellungen wie Folienhintergründe und Effekte abfragt, bietet Presentations nicht – OpenOffice Impress nimmt hier unerfahrene User besser an die Hand.


Fazit

Softmaker Office 2008

Softmaker visiert mit Office 2008 vor allem Privatanwender sowie Kleinunternehmen an – und das gelingt. Die Büro-Suite verbraucht wenig Ressourcen, bietet eine eingängige Bedienung und unterstützt die gängigen Office-Funktionen und -Formate. Die Kompatibilität zu Microsoft Office und OpenOffice ist sehr gut und zwei Duden, PDF-Export sowie Makrosprache machen das Paket mehr als konkurrenzfähig. Gegen einen Einsatz in großen Unternehmen spricht aber das Fehlen eines Personal Information Managers (PIM) wie Outlook.

Office 2008
Hersteller: Softmaker
Internet: www.softmaker.de
Preis: 69,95 Euro

Note: gut
Leistung (50%): gut
Ausstattung (30%): gut
Bedienung (20%): sehr gut

Das ist neu:
– Präsentationsprogramm Softmaker Presentations
– VBA-kompatible Makrosprache
– Universal- und Fremdwörterbuch von Duden

Systemvoraussetzungen
Betriebssystem: Windows 2000/XP/Vista
Prozessor: Pentium 4 mit 1 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte