Megaman-Taser-Todes-Parodie elektrisiert Kanada

Allgemein

Videogame-Aktivisten verspotten unfähige kanadische Polizeibeamte. Diese reagieren empfindlich.

Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr versuchte der polnische Staatsbürger Robert Dziekanski ohne jede Englischkenntnisse nach Kanada einzureisen und wurde daraufhin von unfähigen Beamten der Royal Canadian Mounted Police ohne Telefon, Nahrung oder Getränke über zehn Stunden lang festgehalten. Als Robert anfing, Dinge zu zerbrechen, um auf seine missliche Lage aufmerksam zu machen, griffen die Zöllner zur Taser-Elektroschockwaffe und besorgten es dem polnischen Randalierer so lange, bis dieser tot war. Dessen Mutter, die bereits in Kanada lebte und am Flughafen vergeblich auf ihren Sohn wartete, liess man im Unklaren.

Nun griffen Netzaktivisten die Story auf und filmten ein Level des legendären Videogame-Klassikers Megaman, das allerdings damit endet, dass ein als Polish Immigrant gekennzeichneter Pixelmann lustig zu Tode gezappt wird: “Megaman vs Polish Immigrant”. Sehr zynisch, nicht wahr? Staff Sargent John Ward von den bisher irrtümlich für sympathisch gehaltenen kanadischen Mounties empört sich: “Jeder anständige Mensch, der dieses Video sieht, muss sich dadurch angegriffen fühlen. Ein Gentleman hat sein Leben verloren, und das alles ist extrem schlechter Geschmack”. Moment mal, Staff Sargent Knalltüte, nicht das Video ist schlechter Geschmack, empörend und abscheulich, sondern das willkürliche Zu-Tode-Tasern von Unschuldigen.

Der Videokünstler Mike Greenway erklärte, ihm wäre es bei “Megaman vs Polish Immigrant” mehr um ein Statement zum Taser-Einsatz der Polzei gegangen als sonst irgend etwas. Damit sich unsere geschätzten Leser selbst ein Urteil bilden können, posten wir das Video gleich im Anschluss. [fe]

Wired

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