SystemRescueCD 0.4
Schlanker System-Retter

Wenn einzelne PCs streiken, hilft auch gut organisierten Admins nur noch der Besuch vor Ort mit einer Rettungs-CD weiter. Die SystemRescueCD ist so ein maßgeschneidertes Rettungs-Tool für den Live-Betrieb.

von Jörg Geiger 0

Schlanker System-Retter

SystemRescueCD 0.4

“Wenn auf einem meiner PCs ein Fehler auftritt, dann spiele ich ein neues System-Image zurück und restauriere die Anwendungs-Daten aus einem Backup”. Zweifellos eine gute Alternative, wenn denn wirklich alle Daten gut gesichert sind und der Fehler nicht auch nach dem Aufspielen des Images wieder auftritt. Genau in diesen Fällen lohnt es sich, eine Live-CD im Admin-Werkzeugkasten zu haben, die alle wichtigen Konfigurationswerkzeuge vereint. Die SystemRescueCD ist so ein maßgeschneiderter Helfer auf Linux-Basis aber keine Angst, er kann auch Windows-PCs reparieren. Das mit rund 160 MByte schlanke ISO-Image (http://www.sysresccd.org/Download) muss auf CD gebrannt werden; im Vergleich dazu ist die Knoppix-CD bis zum Rand gefüllt (696 MByte). Alternativ tut es auch ein USB-Stick (Howto unter http://www.sysresccd.org/Howto_install-usb-stick), wobei es dabei in den meisten Firmen sicher Probleme mit einigen PCs gibt, die partout nicht vom Stick booten wollen mit zwei Rechnern klappte das im Test auf Anhieb. Ansonsten ist der Ablauf gleich, per CD oder USB den Rechner starten und loslegen. Nützliche Start-Optionen stellen gleich am Anfang die Weichen: So bezieht man mit der Option dodhcp etwa eine IP-Adresse vom DHCP-Server oder aktiviert mit aida eine Hardware-Prüfung.

Übersichtlich: Zum Partitionieren spendieren die Entwickler mit GParted doch ein Tool mit GUI.

Die ersten Schritte auf einem kränkelnden PC werden auf den meisten Systemen gleich sein: Die Netzwerkverbindung ist mit net-setup eth0 schnell eingerichtet. Mit ifconfig prüfen Sie ob das geklappt hat. Wer die Kiste nur flottmachen will für den Fernzugriff, der aktiviert über /etc/init.d/sshd start den eingebauten SSH-Server und greift dann auch per Putty von Windows aus zu. Die Rettungs-CD richtet sich an erfahrene Admins, die sich auch mit Linux auskennen. Der Unterschied zu Knoppix & Co. ist nach dem Start sofort sichtbar. Die grafische Oberfläche startet nicht automatisch; so ist das System auch 25 Sekunden schneller als Knoppix einsatzbereit. Über den Befehl startx können Sie den Xserver samt Window Maker starten. An Tools ist nur das Nötigste mit an Bord immerhin kann man sich per Firefox 2.0 Rettungs-Tipps aus dem Netz holen. Als besonderes Highlight können Admins mit wenigen Befehlen einen PXE-Server (Preboot Execution Environment) mit der SystemRescueCD einrichten und danach PCs über das Netzwerk booten. Dazu muss unter /etc/conf.d die Datei pxebootsrv angepasst werden. Danach nur den PXE-Dienst starten, fertig.

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