Musikindustrie beantragt Downloadfilter-Pflicht bei EU

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Weil der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) IN Brüssel dafür eintritt, “technische Optionen zur Bekämpfung von Online-Urheberrechtsverstößen bei ISPs” einzusetzen, hagelt es im Internet Buhrufe.

Die Plattenfirmen würden eine EU-weite Internetzensur fordern und die Internetprovider zu Erfüllungsgehilfen machen, schreiben Verfechter der freien Rede (und des freien Downloads). Warum? Weil die IFPI als Sprachrohr der Musikindustrie ein Positionspaper bei der EU einreichte, das von Providern verlangt, per Filter “gegen den nicht autorisierten Download von Musikstücken” vorzugehen.

Das Papier gelangte schnell aus dem EU-Parlament an die Öffentlichkeit, denn nicht alle Parlamentarier sind mit den Forderungen glücklich, So sei ein Schlüssel zur “Zukunft des Musikgeschäftes” eine Kooperation mit den Internet-Providern. Doch statt eine Kooperation vorzuschlagen, jammern die Autoren des Papieres: “Die Kooperationsbereitschaft der europäischen Internetprovider (ISPs) stellt die IFPI noch nicht zufrieden.” – Die meisten Internetprovider würden nichts unternehmen, um gegen die “massive Piraterie in P2P-Netzwerken vorzugehen”.

Das aus dem Parlament “entfleuchte” Papier steht nun als PDF zur allgemeinen Belustigung auf den Webseiten der Electronic Frontier Foundation (EFF) bereit. Darin heißt es auch, dass einige Länder mit einer “mangelhaften Rechtsprechung, wo es keine effektiven Durchsetzungsmechanismen gibt” existieren. In Europa, wohlgemerkt.

Weil die Musikindustrie in Frankreich zu einem Deal mit einigen Providern und Ministerpräsident Nicholas Sarkozy kam, scheinen die Plattenbosse dies nun auch in anderen Ländern umsetzen zu wollen – wo sich die Internet-Provider allerdings noch weigern, zu Erfüllungsgehilfen zu werden – schließlich macht man die Post auch nicht für die Briefbomben verantwortlich, die sie transportiert. (mk).

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