Intel verspricht Hollywood auf dem Desktop

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Intel kaufte den Physics-Spezialisten Havok. Nvidia holte sich Mental Images in Berlin, bekannt für die Rendering-Engine Mental Ray. Ein Entwickler von Intel sagt voraus, was das für den PC der Zukunft bedeutet.

Die Übernahme von Mental Images durch Nvidia fand bislang in Deutschland nur erstaunlich geringe Beachtung, obwohl die 1986 gegründete Firma mit ihrer Rendering-Engine Mental Ray fast überall vertreten ist, wo es darauf ankommt: In den führenden CAD-Programmen ebenso wie in den Filmproduktionen von Lucasfilm und Dreamworks.

Im offiziellen Blog Research@Intel beschäftigt sich Jeffrey Howard damit. Es ginge Nvidia mit diesem Kauf darum, Spezialeffekte in Hollywood-Qualität auf den PC zu bringen. Er bringt das in den unmittelbaren Zusammenhang mit Intels eigener Havok-Übernahme. Havok ist inzwischen eine 100-prozentige Tochterfirma Intels, Mental Images wird als 100-prozentige Tochterfirma Nvidias weitergeführt. Aus der Sicht von Intels Forschungsabteilung erwartet Howard dramatische Verbesserungen der PC-Grafik:

„Beide Firmenübernahmen bedeuten, dass die Branche ernst macht mit visuellen und physikalischen Effekten im filmischen High-End-Bereich. Wir sind an einem Wendepunkt angekommen, wir wollen professionelle Special Effects in den breiten Markt bringen.“

Bei Intel freut man sich natürlich darüber, dass das wesentlich mehr Computing-Power erfordert. So sicher erscheint uns allerdings nicht, dass wir bereits an diesem Punkt angekommen sind. Schon in den Tagen von Geforce FX versprach Nvidia schließlich The Dawn of Cinematic Computing – und was wurde daraus?

Richtig ist aber, dass sich die Branche in diese Richtung bewegt. Die PC-Hardware-Branche beschleunigt stärker als Hollywoods Special-Effects-Branche. Technologien à la Hollywood werden den Desktop erreichen. Das filmische Rendering in Echtzeit wird den PC jedoch frühestens mit dem nächsten Jahrzehnt bereichern. Noch ist es ein Versprechen, aber es kommt näher.

(von Wily Ferret/bk)

Inquirer UK

Research@Intel

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Inquirer – Intel : Durch die Hintertür ins Spielgeschehen