Antigua zum Piratenparadies erklärt

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Die Welthandelsorganisation hat eine unterhaltsame Entscheidung getroffen, um den Handelskrieg zwischen den USA und dem kleinen Karibikstaat zu schlichten.

Da die USA per Gesetz das Online-Gücksspiel rigoros ausgeschaltet haben und dem Zockerstaat Antigua dadurch reichlich Gewinne entgingen, darf sich Antigua mit der Mißachtung von US-amerikanischen Urheberrechten revanchieren. Und zwar in Höhe von 21 Millionen Dollar.

Der Streit läuft seit fast fünf Jahren. Eigentlich wollte Antigua 3,44 Milliarden $ sehen. Da sie nicht einen einzigen Cent davon sahen und auch nicht ernsthaft erwarten konnten, verklagten sie die USA auf die Erlaubnis, als Ausgleich für die entgangenen Online-Kasino-Gewinne ihrerseits für Software, Filme und Musik amerikanischer Provenienz keine Copyright-Zahlungen abdrücken zu müssen und so günstiger anbieten zu können.

Was Antigua mit der zugesprochenen Piraterie-Berechtigung anfängt, ist noch unklar. Das offizielle Recht, Urheberrechte zu mißachten, wird eher als Druckmittel für weitere Verhandlungen mit den USA gesehen. Die US-Handelskrieger sprachen bereits heftige Drohungen aus, es gar nicht erst mit Piraterie zu versuchen, und so kommt es demnächst vielleicht doch noch zu ernsthaften Kampfhandlungen.

Auch die EU hat sich bereits Kompensationen wegen des rigorosen US-Glücksspielverbots erkämpft, die allerdings ganz anderen Wirtschaftsbereichen zugute kommen.

(bk)

NYT