Japan vernichtet Rentendaten

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Aus unserer Serie: Behörden wollen immer mehr Daten und können nicht die Bohne damit umgehen.

Beamte gingen gewohnt schlampig mit den Datenbergen um und brachten alles durcheinander. Mit der Folge, dass bei Japans Renten überhaupt nichts mehr sicher ist. Japans Gesundheitsminister musste zugeben, dass ein erheblicher Teil der 50 Millionen Konten der staatlichen Rentenversicherung nicht mehr als gesichert gelten dürfen. „Ich muss mich entschuldigen“, erklärte der Premierminister, hatte aber gerade kein Harakiri-Schwert zur Hand.

In mindestens 20 Millionen Fällen ist nicht mehr zuzuordnen, wer Ansprüche in welcher Höhe hat. Die rechtmäßigen Inhaber von fast 10 Millionen Rentenkonten können möglicherweise überhaupt nicht mehr festgestellt werden. Wer lebenslang eingezahlt hat, muss das jetzt eventuell unter Vorlage aller Dokumente beweisen – und hat Pech, wenn er die nicht mehr alle hat.

Der massive Datenverlust – begleitet von der üblichen Korruption – trug wesentlich dazu bei, dass die japanischen Wähler nicht mehr viel von ihrer Regierung wissen wollen. Standen im September noch 57 Prozent der Wähler hinter den regierenden Datenvernichtern, sind es inzwischen nur noch 33 Prozent.

(bk)

FT

BBC