Wardive: Die Welt als Rollenspiel

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In einer Zeit, in der Paranoia erste Bürgerpflicht ist, entwickelte eine Züricher Künstlergruppe das Game Wardive: Es verwandelt die echte Großstadt in eine Kampfarena.

Für Wardive brauchen Sie die mobile Gamekonsole Nintendo DS (oder DS Lite), eine SD-Karten-Erweiterung und eine City voller Hotspots. Gut zu Fuß sollte man auch sein, denn die gesamte Stadt wird zum Spielfeld: Über die WLAN-Funktion der DS werden die Namen der Hotspots in der Umgebung eingelesen und als Feinde markiert. Jene wollen dem Spieler auf den Pelz rücken. Mit dem Stift auf dem Display muss man die Attacken abwehren – fiktive Schilde und kluges Stellungsspiel auf der Straße sollen dabei helfen. Wer sich viel durch die Stadt bewegt, entdeckt bzw. kreiert dabei neue Spiellevel – die anschließend im Internet anderen Spielern zur Verfügung gestellt werden können.
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Gerade die Abstraktion der unsichtbaren Umgebung lasse den urbanen Raum neu erleben. Das Spiel legt einen neuen  Informationslayer über die Welt, so die Erfinder von der Züricher Künstlergruppe And-OR. Deren Designer Rene Bauer entwickelte Wardive in nur wenigen Wochen. “Das Besondere am Projekt: man weiß nicht genau, wo und wie die Leute es spielen werden”, schildert Bauer die Herausforderung. Ein Problem, das Gestalter herkömmlicher Computerspiele natürlich nicht haben. Dafür kann der Gamer eine Welt neu entdecken, die er eigentlich schon hundertmal gesehen hat.
Das Spiel kann kostenlos von der Website der Gruppe And-OR heruntergeladen werden.
Als nächstes denken Bauer und seine Gruppe an ein Rollenspiel in der realen Stadt. (rm)

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