Porno-Anbieter fordert: Arcor soll Google sperren

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Neue Runde in der Online-Erotik-Branche um Marktanteile: Weil Arcor als “Mitstörer” den Zugriff auf die Google-Bildersuche erlaube , die selbst perfideste Sexual-Techniken zeige,soll der Provider den Zugang sperren.

Die Huch Medien AG stellte beim Landgericht Frankfurt einen Eilantrag, demzufolge Arcor die Seiten Google.de und Google.com wegen “Verbreitung pornographischer Schriften ohne Alterskontrolle” blockieren soll, berihtet heise.de unter Berufung auf den der Redaktion “vorliegenden Antrag”. Die Mainzer Firma betreibt selber die Sexseite Amateurstar.de.

Die Bildersuche von Google zeige bei der Eingabe von einschlägigen Begriffen wie “Porno”, “Fick” oder “Oralsex” Hunderte pornographischer Bilder für Nutzer jeglichen Alters, behauptet Huch in seinem Antrag – im Namen des Jugendschutzes will man den Zugriff auf den “kostenfreien” Inhalt sogar “eindeutig verbotener Tierpornographie” über naheliegende Suchbgriffe unterbinden. Ob man da nur Angst ums eigene Geschäft hat?

Kläger Tobias C. Huch will testen, wie weit die Tragweite der Haftungsfreistellungen in der deutschen Justiz reicht. “Das Gericht soll sagen, ob die Welt am deutschen Wesen genesen soll”, erklärte der Unternehmer gegenüber der Website, “Vor dem Hintergrund deutscher Sperrungen steht es Deutschland nicht zu, China zu kritisieren.”

Schon im Oktober musste Arcor den Zugriff auf die Seite YouPorn per gerichtlichem Beschluss unterbinden (wir berichteten). Der Betreiber von Amateurstar hat selbst schon vor Gericht gesessen – hier war die Alterskontrolle seines Dienstes ueber18.de dem Gericht nicht ausreichend. Huch schlägt auf seine Weise zurück: “Einfache Pornographie ist nachweislich nicht jugendgefährdend und daher klage ich auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den §184c StGB”. Das Gesetz verbietet die Verbreitung von Pornografie ohne Altersbeschränkungen in “Telemedien” – und das in einer nicht mehr zeitgemäßen Form. (mk)

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