Microdrives im Deutschen Museum

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Ein japanisches Produkt soll die Technologie eines deutschen Physik-Nobelpreisträgers zeigen – in einer Ausstellung zu Nanoprodukten präsentiert Hitachi seine Microdrives.

“Ja, was machen denn die Japaner bei einer deutschen Technikausstellung?”, raunt es durch die Gänge des ältesten Technikmuseums der Welt. In der derzeit laufenden Sonderausstellung “Alltag mit Nanoprodukten” stehen auch die Mini-Festplatten 3K4 mit 4 GByte Speicher von Hitachi. Die durchsichtige Ausstellungsversion der Festplatte stellte Hitachi GST nicht ohne werblichen Eigennutz dem Museum zur Verfügung.

Hitachi wirbt: “Das Microdrive und alle derzeit auf dem Markt befindlichen Festplatten basieren auf der Technologie des Riesenmagnetwiderstands (GMR). Die 2007 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichneten Wissenschaftler Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert haben bereits 1988 dieses Phänomen entdeckt. Dieser Technologie ist es zu verdanken, dass die Datendichte auf Festplatten wesentlich erhöht wurde und die Gesamtgröße reduziert werden konnte. Seit Erfindung der Festplatte vor 50 Jahren wurde die Flächendichte – die Anzahl von Datenbits auf einem Zoll Speicherplatte – um den Faktor 50-Millionen vergrößert.”

Jeder andere Festplattenhersteller hätte also diesen Coup auch landen können. Doch im üblichen PR-Ton lässt Hitachi den Generaldirektor Prof. Dr. Wolfgang Heckl des Deutschen Museums in seiner Pressemitteilung salbungsvolle Worte sprechen: “Nanoprodukte wie MP3-Player sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir freuen uns mit Hitachi einen der führenden Technologiehersteller für unsere Ausstellung gewinnen zu können”. “Einer der führenden?” sind sie alle in der PR – in der Technik führen sie auch – eben dank deutschen und französischen Erfindern. (mk)
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