System-Tool: eBoostr 1.0.1
Schneller booten mit XP

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USB-Stick einstecken und der Rechner soll schneller werden, behauptet zumindest Microsoft von der Funktion Readyboost in Vista. Das 20 Euro teure Tool eBoostr will dieses Features jetzt für Windows XP nachrüsten.

Boost für Windows

System-Tool: eBoostr 1.0.1

Den letzten Test von Vista Readyboost haben wir noch mit der Beta-Version des Betriebssystems durchgeführt. Das Ergebnis damals: Readyboost bringt weder mess- noch spürbaren Leistungszuwachs, im Gegenteil: Wer den USB-Stick nicht nur zur “Beschleunigung” sondern auch noch als normalen Datenspeicher verwendet, der muss sich beim Kopieren von Daten auf den Stick länger gedulden als ohne die neue Vista-Funktion.

Doch Tuning-Tools und System-Beschleuniger üben einen seltsamen Zauber auf Windows-Nutzer aus, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis Readyboost auch für XP verfügbar ist. Doch nicht etwa Microsoft hat sich erbarmt, sondern der russische Hersteller Moscow Development Office Ltd. mit dem Tool eBoostr 1.0. Und das Tool will keine 1:1-Kopie von Readyboost sein, sondern bietet mehr Funktionen an: so unterstützt es gleich vier USB-Sticks gleichzeitig zur Beschleunigung von Programm-Start und Boot-Vorgang.

Schnell eingefügt: Mit wenigen Mausklicks können bis zu vier USB-Sticks als Cache-Speicher aktiviert werden

Doch bringt das Tool wirklich mehr Speed? Als Test-Plattform dient ein aktueller Rechner mit Core2Duo-CPU und verschiedenen RAM-Ausstattungen (256, 512, 1024, 2046 MByte) und ein Uralt-Notebook, das mit dem Betrieb von XP überfordert ist. Zur Beschleunigung verwenden wir USB-Sticks von San Disk (Cruzer Micro 2 GByte). Wir fahren vier Tests.


eBoostr-Leistung in Benchmarktests

System-Tool: eBoostr 1.0.1

1 und 2: Benchmark-Mix:
Für die Messungen verwenden wir den Open-Source-Mark (OSMARK) sowie den anerkannten Anwendungs-Benchmark Content Creation Winstone (CCWS). Die Messungen laufen je fünfmal durch. Der OSMARK startet dabei zwischen den Durchläufen nicht neu, CCWS dagegen schon. Beide sind so genannte Anwendungs-Benchmarks, das heißt sie messen nicht den rohen Durchsatz von Festplatten oder die Rechen-Power der CPU, sondern starten gängige Programme wie Photoshop oder Premiere und bearbeiten Bilder oder codieren Filme: Das Ergebnis zeigt, dass eBoostr durchaus Vorteile bringt, vor allem wenn zwischen den Durchläufen nicht neu gestartet wird. Der OSMARK liefert vor allem Vorteile bei Cache-intensiven Operationen wie dem Dhrystone Benchmark, der fleißig die CPU-Befehls-Pipeline aus dem Cache befüllt. Die Leistungen beim CCWS bleiben dagegen weitgehend gleich. Wer also seinen PC längere Zeit ohne Reboot laufen lässt, kann von eBoostr profitieren. Die Unterschiede werden deutlicher, je schwächer das System ist. Während mit 2 GByte RAM nur moderat bessere Werte zu sehen sind, spürt man auf dem Notebook sogar beim Arbeiten, dass das System flüssiger läuft.

Übersichtlich: Ein kleines Einstellungsfenster zeigt die verwendeten Sticks samt aktueller Auslastung an. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))

Test 3:
Boot- und Shutdown-ZeitIn einem weiteren Test stoppen wir die benötigte Bootzeit vom Drücken des Einschaltknopfs bis zur Betriebsbereitschaft: Hier war das Ergebnis eher enttäuschend. Auf keinem der Test-PCs konnten wir einen schnelleren Startvorgang messen. Im Gegenteil, auf einem Rechner dauert der Start reproduzierbar ein paar Sekunden länger mit eingestecktem Stick. Beim Shutdown das gleiche Bild, kein Rechner ist wirklich schneller ausgeschaltet.

Test 4:
Programm-LastDer vierte Test startet einfach 10 Programme (Gimp, Firefox, Google Earth, Windows Media Player, Openoffice Writer, Scribus, Joost, Perfmon, Thunderbird, Skype) automatisch. Dabei wird die benötigte Zeit gemessen. Danach schließen wir die Programme wieder und starten noch zweimal alle 10 Programme über die Batch-Datei. Spürbaren Leistungszuwachs gibt es vor allem beim ersten Programm-Start nach einem Windows-Reboot: Ohne Stick messen wir auf einem Testsystem eine Startzeit von 49 Sekunden, mit eBoostr und einem 2 GByte USB-Stick dagegen nur 35 Sekunden.

Benchmark-Mix: Die drei Balken rechts zeigen die Testkonfigurationen ohne eBoostr, mit 2 GByte Cache und mit 4 GByte Cache ? die Systeme mit eBoostr zeigen messbaren Vorsprung. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))

Interessant: Die Werte nähern sich bei den folgenden Programmstarts wieder an, ohne eBoostr dauert es 15 und 13 Sekunden, mit eBoostr 13 und 12 Sekunden um die zehn Programme zu starten. Aber mehr ist nicht immer besser, so messen wir mit 4 GByte USB-Cache die gleichen Startzeiten wie mit 2 GByte.


Fazit

System-Tool: eBoostr 1.0.1

Vor allem für Notebooks mit lahmen Festplatten und Rechner mit 256 MByte oder weniger RAM bringt eBoostr spürbare Vorteile unter Windows XP, aber auch mit mehr RAM (im Test bis 2 GByte) sind Vorteile zumindest messbar. Schneller startet im Test kein Rechner, egal mit wie vielen USB-Sticks er betrieben wird. Dagegen verkürzt eBoostr die Programm-Starts nach einem Reboot um bis zu ein Drittel. Wir haben auch festgestellt, dass die Ergebnisse stark vom eingesetzten System abhängig sind. Tipp: Probieren Sie zuerst die kostenlose Trial-Version aus, bevor Sie das Tool kaufen, denn mit rund 20 Euro ist das Tool schon recht teuer für den einfachen Nutzer. Wer allerdings seinen Firmen-PC-Park aufwerten will, könnte mit eBoostr und USB-Sticks durchaus eine teure Rechner-Aufrüstung vermeiden.

Produktname: eBoostr 1.0.1 (Build 386)
Hersteller: MDO Ltd.
Internet: www.eboostr.com
Preis: ca. 20 Euro

Note: gut
Leistung (50%): gut
Ausstattung (30%): befriedigend
Bedienung (20%): gut

Das ist neu
– Readyboost-Funktionen auch für XP
– mehrere USB-Sticks als Cache nutzen

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows XP
Prozessor: Pentium II/800 MHz
Arbeitsspeicher: 128 MByte