Mobiles VoIP ist da – funktioniert es?
Mobilfunk: die nächste Herausforderung

IT-ManagementIT-ProjekteMobileMobilfunkNetzwerk-ManagementNetzwerkeVoIP

Jetzt da zumindest bei einem Anbieter schon die mobile Internet-Telefonie aufgesetzt wurde und läuft – werden die Betreiber das Modell “VoIP fürs Handy” lieben oder hassen?

VoIP als Gefahr für den Net zbetreiber?

Mobiles VoIP ist da – funktioniert es?

Der Launch des Skypephones des Mobilfunkbetreibers 3 (wir berichteten über seine Ankündigung) wird die Sichtweisen der Mobilfunkindustrie bezüglich VoIP verändern. Bisher galt deren Haltung gegenüber VoIP eher weniger freundlich, wie sich aus verschiedenen Meldungen der Mobilfunkbetreiber erkennen lässt. Hier wurden VoIP-fähige Geräte auf ihren Netzwerken oft nur zugelassen, wenn IP-Software wie Skype auf den Geräten “abgeschnitten” wurde und die User den Service nicht mehr nutzen konnten.

Das meistumstrittene Gerät war Nokias N95 Smartphone. Einige Mobilfunkunternehmen haben sich dieses VoIP-freundliche Handy näher angesehen – und es sofort abgelehnt. Sie entschieden für sich, dass man sich nicht leisten könne, wenn an den Einkünften der Sprachverbindung und der teuren Datenleitung (aber bitte nur für Datenübertragung, ohne Stimme, bitte!) genagt wird. Mit ihrer Firmware haben sie das “Übel” wie mit einem Skalpell entfernt – Umwege der Sprache über die Datenleitung waren geschäftsschädigend.

Doch als dies an die Öffentlichkeit drang, machten die Betreiber riesigen Lärm um die “Qualität des VoIP Dienstes” und erzählten, dass dieser ihren Qualitätsstandards nicht erreichen könne. Billige VoIP-Anrufe über ihre Netzwerke hätten schlechte Qualität, Geld bringende Mobilgespräche über ihre Netzwerke aber hätten gute Qualität.


Probleme mit der Sprachqualität?

Mobiles VoIP ist da – funktioniert es?

Der Mobilfunkbetreiber 3 beteiligte sich in England schließlich an dem Modell “VoIP”, um seine User ans eigene Netzwerk zu binden – 3 sagt jetzt, sie wollen es sowohl für pre-pay als auch für User mit Vertrag versuchen. Die Rechnung geht auf, denn die Nutzer müssen für das “echte” Skype-Telefon bezahlen (kein Sponsoring-Modell mehr), und um das noch zu toppen einen Mindestumsatz von 10 britischen Pfund pro Monat (etwa 15 Euro) erreichen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Gesprächsqualität gut ist und 3 sagt, dass Skype-Gespräche über ihr 3G-Netzwerk vvermittelt werden, um dann über das Internet an andere Skype-User verbunden zu werden, dann sieht die Zukunft für 3 gut aus – aber vielleicht nicht für andere Netzbetreiber.

Und dann vielleicht doch nicht: Kürzlich hatte ich einen Plausch mit dem Cheftechniker des Hightech-Performance-Netzwerkspezialisten Ciena, John-Paul Hemingway, über die Probleme der Mobilfunkbetreiber mit deren Datenfluss. Das machte mich nachdenklich: Wie würde 3 wohl mit dem Anwachsen des Traffics umgehen, der sich einstellen würde, wenn die Skypephones rasant über den Ladentisch gingen? Hat das Netzwerk von 3 die Kapazität, den zusätzlichen Datenfluss dieses Dienstes zu stemmen?

Nun, 3 sagt ja, und ich denke, niemand würde das Risiko eingehen, ohne sich vorher wirklich darüber informiert zu haben; zumindest ein Bruchteil daetaillierter Tests und kleiner Berechnungen müsste4 dem Vertrauen von 3 zugrunde liegen.

Aber John Delany, Analyst bei Ovum, betont, wo sich ein anderes Problem für 3 ergeben könnte: Auch, wenn das Skype-Telefon die Kundenzahl stark ansteigen lassen könnte, wäre die Menge der vielen kostenlosen Services des Internets wie Google, Hotmail und YouTube dazu in der Lage, das Geschäft von 3 zum reinen Datenträger zu minimieren. Man müsste sich dort nur mit Problemen und Beschwerden beschäftigen. Und ob das wirklich ein attraktives Geschäft geben könne, bezweifelt er.

Nutzer und Betreiber in anderen Ländern warten erst einmal ab und lassen die Briten testen – während vielleicht noch ein Großteil es Geschäfts über WLAN-Netze abläuft.