Killerspieler zocken in Schweden

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“Dreamhack”, das größte Counterstrike-Turnier der Welt, tobt gerade in Jönköping – ganz friedlich.

inq_dreamhack.jpgDas dürfte den deutschen Politikern ein Gräuel sein: Da kommen rund 15.000 schießwütige Computerspieler in einer Halle zusammen – und alles bleibt ruhig, fröhlich, geradezu ausgelassen. Böse Worte fallen nur, wenn Netzwerk-Server oder -Router ausfallen. Ansonsten konzentrieren sich die Jugendlichen auf das Geschehen im Ballerspiel. Ob das Event seinen Platz im Guiness-Buch der Rekorde einnehmen wird, interessiert da eher nur am Rande. Während sich die schwedischen Lokalpolitiker über das Großereignis und die weltweite Aufmerksamkeit für ihre Gemeinde freuen, trommeln in Deutschland derweil die Psychotherapeuten für ein Verbot aller gewaltverherrlichenden Spiele.
“Es ist schon erstaunlich, wie andere Länder mit diesem Thema umgehen”, merkt Martin Lorber von Electronic Arts Deutschland ironisch an. Es sei generell zu beobachten, dass skandinavische Länder einen unproblematischeren Zugang zu solchen Themen haben. Und das um Längen bessere Schulsystem. Und weniger Arbeitslosigkeit, besseres Wirtschaftsklima und – ach ja – so gut wie keine Schießereien. Der schwedischen Medienrat, ein unabhängiges Sachverständigengremium der Regierung, sieht keinen beweißbaren Zusammenhang zwischen realer und virtueller Gewalt. In einer Studie des schwedischen Volksgesundheitsinstituts werden Computerspiele sogar ausdrücklich gelobt, da sie das Reaktions- und Sehvermögen der Jugendlichen trainieren würden. Aber wo kämen wir da hin, wenn wir auf die Meinungen der erfolgreichen Weltbürger hören würden… (rm)

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