RIAA: Zur Abwechslung mal selbst unter Druck

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Keine gute Zeit für den Verband der amerikanischen Musikindustrie: EMI überlegt, mit seinen Mitgliedsbeiträgen etwas Vernünftigeres zu machen, und der Generalstaatsanwalt von Oregon möchte seine Jagdstrategie unter die Lupe nehmen.

Könnte gut sein, dass die RIAA bei ihren letzten spektakulären Prozessen gegen Filesharer den Bogen endgültig überspannt hat. Jedenfalls prüft EMI derzeit, ob der Verband wirklich auch im kommenden Jahr wieder 132,3 Millionen Dollar bekommen soll. Zeitgleich hat der Generalstaatsanwalt von Oregon, auf den Plan gerufen wegen einer Klage gegen 17 Studenten der University of Oregon, den Spieß umgedreht und möchte sich mal genauer ansehen, wie legal eigentlich das Treiben der RIAA ist.

Härter treffen wird die RIAA wahrscheinlich eine Kürzung oder Streichung der EMI-Zuwendungen – die Organisation hat selbst öffentlich einräumen müssen, dass die Klagewellen (allein in den USA 30.000 Fälle) finanziell ein Fass ohne Boden sind. Dabei ist offensichtlich auch jedes Verständnis für die Verhältnismäßigkeit der Mittel über Bord gegangen, was nicht nur zu einem ausgesprochen schlechten Image der Musikindustrie geführt, sondern die RIAA eventuell selbst zum Outlaw gemacht hat.

Die Ermittlungsbehörden in Oregon hegen jedenfalls den Verdacht, dass die Informationen, die die RIAA sich besorgt hat, unter den Datenschutzbestimmungen des Staates nicht legal hätten beschafft werden können. Vielleicht schafft es ja irgendeine Verbraucher- oder Datenschützerorganisation vor Weihnachten noch, einen Spot in die Kinowerbung zu bringen, in dem die üblichen Abschreckungselemente (heulende Ehefrau samt Kindern an der Knastmauer, tätowierte Gruselkerle) zur Abwechslung mal auf Leute angewendet werden, die’s nicht so mit dem Datenschutz haben … [gk]

Ars Technica: Oregon

Ars Technica: EMI