Unified Messaging zum Nulltarif?
Sprachpost von der Fritz-Box

Netzwerke

Wer eine Fritz-Box 7170 besitzt, hat neben einem ordentlichen DSL-Router auch eine kleine Telefonanlage für ISDN, analog und VoIP an der Wand hängen. Mit einem Update aus dem Fritz-Labor bekommt sie jetzt auch einen Anrufbeantworter und kann Faxe empfangen.

Neue Firmware erweitert das Gerät

Unified Messaging zum Nulltarif?

Das Fritz-Labor ist die Spielwiese der AVM-Programmierer: Hier stellen sie regelmäßig neue Firmware-Versionen in Beta-Stadium ein, die Funktionen bieten, die in der regulären Firmware nicht oder vorerst nicht zu finden sind. Kunden können sich die Beta-Versionen herunter laden und auf der eigenen Fritzbox installieren. Feedback ist herzlich willkommen, denn beliebte Funktionen werden in kommenden regulären Firmware-Updates regelmäßig eingepflegt.

Die Labor-Firmware mit der Nummer 29.04.79-9170 bietet für Profi-User und mobile Zeitgenossen zwei interessanten Funktionen: Einen Anrufbeantworter und Fax-Empfang, Sprach- und Fax-Nachrichten kann die Fritzbox auf einem USB-Laufwerk sichern, das an sie angeschlossen ist, und alternativ an eine beliebige E-Mail versenden.

Die Anrufbeantworter-Funktion ist komfortabel über einen eigenen Menüpunkt zugänglich.

(Bild: Anruf- Beantworter- Einstellungen in der neuen Firmware. Klick zum Vergrößern)

Insgesamt stehen fünf Voicemail-Boxen zu Verfügung. Ihnen lassen sich beliebige Rufnummern zuweisen, ebenso individuelle E-Mail Empfänger. Damit lässt sich ein kleiner Mitarbeiterstamm auch unterwegs mit Sprachnachrichten versorgen, wenn keine Anruf-Weiterschaltung aktiviert sein soll.


Push-Dienste lesen vor

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Damit der Versand klappt, muss unter Einstellungen/System/ Push-Service der Zugang zu einem Internet-Provider eingetragen werden. Wer sich bereits die automatische Info-Mail mit Betriebsstatus, Netzaktivitäten und Anruflisten von der Fritz-Box zuschicken lässt, kann sich diesen Schritt sparen.

Sprachnachrichten versendet die Fritz-Box als wav-Datei, die sich mit zahlreichen Audio-Playern unabhängig von der Plattform abspielen lässt. Daher können auf Windows, Linux- und Mac-Rechnern ebenso wie auf Smartphones die jüngsten Nachrichten aus dem E-Mail Postfach gehört werden. Misslich ist allerdings, dass sie keine Anrufer-Identität mitteilt, obwohl das System die Rufnummern im Call-Protokoll speichert. Lediglich Personen, die vorher im Telefonbuch der Fritz-Box hinterlegt wurden, werden als Anrufer in einer Mail genannt. Das ließe sich verbessern.

Für jede Voicemail-Box lassen sich auch eigene Ansagetexte aufnehmen. Das funktioniert allerdings nur mit einem Telefon, das direkt an der Fritz-Box angeschlossen ist. Nach Wahl der jeweiligen internen Voixe-Box Rufnummer von 600 bis 604, Druck auf die Sterntaste und Eingabe der PIN führt das folgende Sprachmenü verständlich durch die notwendigen Schritte. Ein Tipp: Wer einen individuellen Ansagetext aufsprechen möchte, sollte diesen vorher aufschreiben – das spart Wiederholungen wegen Verhaspelns, Zahlendrehern und anderen Fehlern.


Fernabfrage und mehr

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Wer seine Nachrichten lieber auf einem USB-Laufwerk an der Fritz-Box speichern will, kann diese später per Fernabfrage abhören. Die Fernabfrage ist mit einer 4-stelligen PIN geschützt, die frei gewählt werden kann. Damit die Fritz-Box die richtige Ablage findet, muss allerdings ein Unterverzeichnis mit dem Namen “avm-tam” angelegt werden und ein Neustart der Box ist fällig.

Die Fax-Funktion arbeitet ganz ähnlich, hat aber keine eigene Schaltfläche im Einstellungen-Menü. Wichtig ist, das virtuelle Fax einzurichten, das alle Faxe entgegen nimmt. Hierzu unter “Telefonie/Telefongeräte” den Punkt “Neues Gerät einrichten” auswählen.

Nach Wahl der Option Faxgerät muss als Anschluss “intern” ausgewählt sein. Anschließend wird die gewünschte Rufnummer ausgewählt. Unter “Option” stehen dann E-Mail und USB-Speicher zur Wahl (Bild Versand einstellen). Nach Klicks auf die Schaltflächen “Weiter/Übernehmen/Beenden” speichert die Fritz-Box die Fax-Regeln.

Die jeweils vier aktuellen Labor-Firmware Versionen finden sich im Internet . Dort die passende aussuchen und herunter laden. Sie zu installieren erfordert einige Mausklicks mehr als das reguläre Firmware-Update: Unter Einstellungen/System/Firmware-Update den Reiter Firmware-Datei aktivieren, im Dialogfenster die passende Datei auswählen und dann die Fritz-Box aktualisieren. Anschließend kann es los gehen.