Verizon öffnet das Mobilfunknetz

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Während andere Rettung im geschlossenen System Iphone suchen, bewegt sich der zweitgrößte US-Mobilfunker in die entgegengesetzte Richtung. Der amerikanische Mobilfunkmarkt kommt in Bewegung.

Die Mobilfunkanbieter sehen schon einige Zeit zu, wie ihre Felle davonschwimmen es immer weniger klappt mit den vertrackten Verträgen mit dem hellgrauem Kleingedruckten in 4-Punkt-Lettern, die sie ihren Kunden für zwei Jahre aufzwingen wollen. Mit Gesprächsgebühren erlösen sie zunehmend weniger, und selbst die Langsamsten unter ihnen haben begriffen, dass sie früher oder später auf Datenverbindungen setzen müssen.

Am stärksten unter Druck sind die jeweils führenden Anbieter, die aus Monopolen hervorgingen, so AT&T in den USA und T-Mobile in Deutschland. Sie versuchen den Umbruch noch ein wenig aufzuhalten durch die exklusive Iphone-Show und bluten dafür noch an Apple aus. In den USA kommt zugleich von der anderen Seite Druck, während Google für freie Frequenzen bietet und auf ein offenes System setzt.

Verizon entschied sich frühzeitig gegen das geschlossene System mit exklusiver Providerbindung und Gebührenabfuhr an Apple. Und macht jetzt den konsequenten Zug mit der Öffnung des eigenen Mobilfunknetzes. Bislang hatte die Nummer zwei in den USA das eigene Netz besonders dicht geschlossen gehabt und die gut 60 Millionen Kunden ausschließlich mit von Verizon angebotenen Geräten ins Netz gelassen. Was in Europa eigentlich selbstverständlich ist, soll in Zukunft auch für die Verizon-Kunden in den USA gelten – der Zugang für „jede Anwendung, jedes Gerät“.

Regulatoren, Politiker und Verbraucherschützer begrüßten die Ankündigung, wollen aber erst noch die Umsetzung sehen. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass eben nur die Geräte mit dem in den USA verbreiteten CDMA-Standard mit dem Netz von Verizon kompatibel seien. Und damit muss wiederum das GSM-basierte Iphone außen vor bleiben.

Freude kam bei Nokia auf, da die Finnen nun endlich stärker im amerikanischen Markt mitmischen können: „Wir streben schon lange danach, den Verbrauchern selbst mehr Wahlmöglichkeiten bieten zu können.“

(bk)

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