Google färbt sich grün

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Die Serverfarmen des Such-Dominators verschlingen reichlich Energie. In Zukunft soll das aber Ökostrom sein, versprechen die Google-Gründer. Und wollen selbst Hunderte von Millionen $ dafür einsetzen.

Es gehe einfach zu langsam mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Zwar werde zunehmend in diesem Bereich investiert. Doch der Schwerpunkt liege meist darauf, lukrative Firmen zu schaffen, die alternative Energie verkaufen, statt es möglichst schnell und zu einem erschwinglichen Preis zu machen. Larry Brilliant, Chef von Google.org, dem philanthropischen Arm von Google: „Die üblichen Investmentkriterien begünstigen nicht unbedingt die absolut niedrigpreisige, saubere, erneuerbare Energie, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden.“

Der Klimawandel sei andererseits nicht die einzige Motivation für Google, erklärte dazu Google-Mitbegründer Sergey Brin. Vielmehr werde auch das wirtschaftliche Wachstum gebremst, weil in vielen Ländern der Erde bezahlbare, saubere, breit verfügbare Energie fehle. Es gehe um die ökologische Bedrohung, aber auch um wirtschaftliche Chancen.

Das ergeizige Ziel: Erneuerbare Energie soll billiger werden, als wenn Energie auf besonders schmutzige Weise mit Kohle erzeugt wird. Derzeit koste die solarthermisch erzeugte Kilowattstunde noch 11 bis 21 Cent, während ein Kohlekraftwerk sie schon für 6 Cent erzeugen kann. Und das solle sich eben nicht erst in Jahrzehnten, sondern innerhalb von einigen Jahren ändern.

Der Plan soll ab 2008 umgesetzt werden. Die ersten zig Millionen fließen im kommenden Jahr, um die Energiegewinnung durch Windkraft, Erdwärme, Sonnenwärmekraftwerke und andere Technologien zu fördern. Google werde eine eigene Organisation für Forschung und Entwicklung schaffen und wolle dafür „so viele kluge Köpfe wie möglich beschäftigen“. Und dann vielleicht auch noch damit verdienen durch die Technologie-Lizenzierung an andere Firmen.

(bk)

San Francisco Chronicle

Guardian: Interview mit Sergey Brin