Klingelton: Verband ringt der Gema einen Kompromiss ab

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Wenn irgendwo eine Melodie dudelt, sind die Gebühreneintreiber der Gema nicht weit. So wollten sie auch bei den Handy-Klingeltönen kräftig die Hand aufhalten.

Laut den Konsumforschern der Gfk kaufen deutsche Mobiltelefonierer pro Jahr für rund 60 Millionen Euro neue Klingeltöne fürs Handy. Da die Technik sich mittlerweile vom 4-Bit-Tonleiter-Piepsen über Polyphon-Töne nun schon auf MP3-Niveau vorgearbeitet hat, kassiert die Verwertungsgesellschaft Gema im Namen der Künstler (Komponisten, Texter, Musikverleger) auch Lizenzgebühren für die Songs ein. Diese Vereinbarung vom Januar wurde aber von der Gema jüngst gekündigt, mit der Absicht, mehr Geld herauszuschlagen. Doch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) erwies sich als zäher Verhandlungspartner. Ergebnis: Die bisherigen Konditionen werden im Wesentlichen verlängert. Pro lizenzpflichtiger Melodie werden 10,45 Prozent vom Verkaufspreis als Gebühr fällig – deutlich weniger als die Gema forderte. “Das ist ein Kompromiss, der die Verbraucher nicht übertrieben belastet”, so Verhandlungsführer Bernhard Rohleder. Bei Klingelton-Abonnements und Musik-Downloads sind sich die Parteien aber noch nicht ganz einig geworden. “Hier müssen wir weiter verhandeln, weil die von der Gema geforderten Tarife nicht auf die aktuellen Geschäftsmodelle anwendbar sind”, erklärt Rohleder. (rm)

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