Verletzt der Asus Eee PC die GPL?

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Linux-Aktivisten stänkern: Der 300 Euro-Notebook des taiwanischen Herstellers setze zwar auf Linux, doch die Quellcodes der verwendeten Distribution seien nicht offen.

Die spezielle Xandros-Linux-Version des Asus-Eee-PC macht Linux-Puristen offenbar Probleme: Die Oberfläche könne zwar direkt auf um die 40 voreingestellten Applikationen zugreifen, doch Nutzer könnten nicht den Quellcode einsehen – ein Sakrileg für Linux-Aktivisten. Noch schlimmer: ein einfacher Wechsel auf andere Linux-Versionen sei nicht mehr machbar.

Das Betriebssystem des Eee PC wird durch das Modul “asus_acpi” gesteuert – es sorgt für die Steuerung der preiswerten Hardware-Komponenten. Den darin veränderten Linux-Code hat Asus allerdings nie öffentlich bereitgestellt, monierte Java-Entwickler Cliff Biffle in seinem Weblog. Das Modul habe außerdem keine eigene Versionskennung oder geänderten Namen, mit denen es in öffentlich verfügbare Entwicklungszweige von Xandros Linux integriert werden könne.

Die 1,8 Gigabyte große gepackte Datei mit Quellcode, die Asus zum Download anbiete, entspreche in keinster Weise dem ausgelieferten Betriebssystem, schreibt Biffle.

Kein Amerikaner, der nicht einen Grund zu juristischen Klagen findet: Asus soll angeblich noch gegen die Garantie-Gesetzgebung in den USA verstoßen. Weil der Hersteller keine Gewährleistung mehr übernimmt, wenn Anwender selbst den Arbeitsspeicher erweitern, widerspreche dies den US-Garantiegesetzen. Der PC-Produzent stellt sich hier auf die sichere Seite: Nur Asus-Techniker dürfen den Billigcomputer öffnen. Das zwinge die Kunden abere zur Inanspruchnahme zusätzlicher Dienstleistungen – und Zwang ist in den USA verboten. (mk)

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