Versatel: Wir bauen eigenes VDSL-Netz

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Die Deutsche Telekom bekommt ausgerechnet bei ihrem geliebten und politisch protektioniertem Glasfasernetz Konkurrenz.

“In Regionen, wo wir einen hohen Marktanteil haben, werden wir ein eigenes Glasfasernetz bauen”, bestätigte Versatel-Vorstandschef Peer Knauer gestern noch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Knauer: “Denkbar sind auch Kooperation. Ein Unternehmen macht Stadt A und ein anderes Stadt B. Beide lassen sich dann gegenseitig auf das Netz.” Die Nachfrage werde schließlich nicht so groß sein, dass sich der Bau mehrerer Netze parallel lohne. Unsere Frühaufklärung aus dem Sommer (Verliert die Telekom ihr VDSL-Monopol?) hat sich damit als Fakt herauskristallisiert.
Das eigene Netz rechne sich für Versatel schon deshalb, weil man dann der Telekom für die Nutzung der Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) keine Gebühren mehr in den Rachen werfen müsse. Nun muss man sich allerdings noch mit dem Ex-Monopolisten über den Zugang zu den grauen Kästen am Straßenrand einigen. In diesen so genannten Kabelverzweigern müsse auch das Versatel-Netz, um nicht die Städte mit neuen Kästen zu verschandeln (plus Erdarbeiten) und die Investitionen dadurch auf ein zu hohes Niveau zu treiben.

Der Versatel-Boss erwartet, dass die Nachfrage nach schnellen Netzen von 2009 an steigen wird. Bislang decke man mit dem eigenen Telefonnetz rund ein Viertel der Bevölkerung ab. (rm)

Financial Times