Finanzamt verliert die Daten von 25 Millionen Briten

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Sie verschickten zwei CDs mit der internen Post, die der Kurierdienst TNT besorgt. Und die kamen nie an.

Wer sie abgephisht hat, weiß keiner. Der britische Schatzkanzler Darling – als Darling gilt er nicht mehr, und seinen Job ist er vielleicht auch bald los – behauptet aber zu wissen, dass sie auf keinen Fall in falsche Hände gekommen seien. Also vielleicht in die richtigen?

Wer die CDs hat, kennt die Adressdaten, Sozialversicherungsnummern und Bankverbindungen von beinahe der halben Bevölkerung. Nämlich aller Familien, die Kindergeld für Nachwuchs unter 16 Jahren bekommen hatten. Und damit wäre massenhafter Identitätsdiebstahl ein Kinderspiel.

Das Vertrauen in die Fähigkeit der Regierenden, sinnvoll mit ihren Daten umzugehen, lässt allmählich auch in Großbritannien nach. Die Labour-Regierung plant noch immer Personalausweise mit mehreren biometrischen Merkmalen und dazu noch eine landesweite Datenbank aller Bürger. Die konservative Opposition sieht in der 25-Millionen-Datenpanne einen weiteren Grund, diese Projekte zu stoppen, sofern sie an die Regierung komme.

(bk)

Guardian