Copyright-Lobby sucht geeignete Präsidentschaftskandidaten

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Das amerikanische Entertainment-Business hat im kommenden Wahljahr reichlich Gelder zu verteilen. Und sagt schon mal an, worin die Gegenleistungen bestehen sollen.

Die in Washington ansässige Copyright Alliance schickte an 17 potenzielle Präsidentschaftskandidaten, die für eine Nomination durch die Demokraten oder Republikaner in Frage kommen, einen Brief sowie einen Fragebogen. Zu den 44 Mitgliedsorganisationen der Lobbytruppe gehören die üblichen Verdächtigen wie die Recording Industry Association of America (RIAA), die Motion Picture Association of America (MPAA), der Verlegererverband, die Business Software Alliance (BSA) sowie Firmen wie Microsoft, Disney, Viacom, News Corp, CBS und NBC.

Der Fragebogen enthält eigentlich Suggestionen, die als Fragen verkleidet sind. Eine solche Frage zielt etwa darauf ab, wie ein Kandidat „den Fortschritt von Wissenschaft und Kreativität, wie er in der US-Verfassung benannt ist, durch die Aufrechterhaltung und Stärkung der Urheberrechtsgesetze“ zu fördern gedenke.

Und wie wollen die Kandidaten „den Anreiz zum Schöpfertum schützen, indem sie genügend Mittel bereitstellen, um eine wirksame zivile sowie strafrechtliche Durchsetzung der Urheberrechtsgesetze im In- und Ausland zu unterstützen“? Wie gedenken sie bitte die „Aufnahme der Maßnahmen für den Schutz der Urheberrechte in bilaterale, regionale und multilaterale Handelsabkommen sicherzustellen, um die Urheber zu schützen und die globale Entwicklung zu fördern“?

Wer es bereits zum Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur gebracht hat, weiß natürlich, wie die Antwort auszufallen hat. Und woher der Bimbes kommt.

Cheflobbyist Ross kündigte außerdem briefings an – so etwas wie „Informationsveranstaltungen“ zur Unterrichtung der Wahlkampagnen bezüglich der Urheberrechts-Prioritäten. Die Copyright Alliance werde zwar keine bestimmten Kandidaten unterstützen – doch die Verbandsmitglieder könnten das sehr wohl.

(bk)

Inquirer UK

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