Abzocke im Internet nimmt zu

PolitikRechtSicherheitSicherheitsmanagement

Eine Umfrage der Verbraucherzentrale zeigt, dass Surfer immer häufiger mit vermeintlichen Gratisangeboten im Web abgezockt werden. Die Verbraucherschützer sehen nun den Gesetzgeber in der Pflicht.

Bei den Verbraucherzentralen hat sich die Zahl der Anfragen zu dubiosen Internet-Angeboten seit 2006 verdoppelt. Die Verbraucherzentrale Hessen hat daher in einer Umfrage versucht zu ermitteln, auf welche Weise die Surfer abgezockt werden. Das Ergebnis: nach der Nutzung scheinbar kostenloser Dienste flattert eine Rechnung ist Haus – in der Hälfte der Fälle für ein Abo mit einer Laufzeit von bis zu 2 Jahren. Durchschnittlich werden 120 Euro in Rechnung gestellt.

Meist haben die Betroffenen Musikdownloads genutzt oder Dienste zur Routenplanung, zur Ermittlung von Stammbäumen oder zur Berechnung der Lebenserwartung, aber auch Kurzmittelungen und Quizsspiele wurden häufig genannt. Die Informationen zu den Preisen verstecken die Betrüger im Kleingedruckten oder außerhalb des am Bildschirm sichtbaren Bereiches.

Der Verbraucherzentrale zufolge hat jeder Zehnte die Rechnungen bezahlt, der Rest sah sich mit Mahnungen (57 Prozent), Inkasso-Büros (31 Prozent) und sogar Rechtsanwälten (19 Prozent) konfrontiert. Die Verbraucherschützer schätzen, dass die Schäden mehrere Millionen Euro betragen und fordern daher den Gesetzgeber zum Handeln auf. So dürften online abgeschlossene Verträge nur gültig werden, wenn der Kunde sie mit einer separaten Mail bestätigt, und die Kostenpflicht muss auf den Webseiten deutlich erkennbar sein. Zudem sollen die Verträge, die durch Wettbewerbsverstöße zustande kommen, unbefristet widerrufen werden können – und die Verbraucher Schadensersatz erhalten. (dd)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen