Blogger ignorieren journalistische Regeln

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In früheren Tagen stand nicht jeder Name am Pranger der öffentlichen Berichterstattung. Blogger holen es nach.

Der redaktionelle Kodex nützt nichts mehr, wenn Weblogs alles beim Namen nennen, was ausgelassen wurde. Und einen Namen gar nicht erst zu nennen, aus welchen Gründen auch immer, ist so gut wie aussichtslos, führt Online Journalism Review aus.

Die aktuelle Kontroverse entzündete sich besonders am Beispiel einer Geschichte, die zu einem Selbstmord führte. Die 13-jährige Megan Meier brachte sich um, nachdem sich ein vermeintlicher Freund bei MySpace von ihr abwandte und sie beleidigte. Was sie nicht wusste: den Jungen gab es gar nicht, vielmehr hatte ihn die Mutter einer guten Freundin erfunden und ihr diesen Streich gespielt.

Die Zeitungen berichteten, nannten aber nicht den Namen der Mutter. Die Blogger ließen das nicht auf sich beruhen, sondern gruben Name, Adresse, Telefonnummer sowie geschäftliche Informationen über die Frau aus und tapezierten ihre Webseiten damit.

Lektion für die traditionellen Journalisten: Es hat keinen Sinn mehr, einen Namen nicht zu veröffentlichen. Es ruft vielmehr die investigative Bloggermeute erst recht auf den Plan.

(bk)

Online Journalism Review