Colossus muss sich Amateur geschlagen geben

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Das WW2-Elektronengehirn verlor zwar gegen moderne Entschlüsselungssoftware, erzielte aber viel Aufmerksamkeit.

Der britische Paläo-Computer Colossus nahm 60 Jahre nach seinem eigentlichen Einsatz zur Entschlüsselung der militärischen Nachrichten aus dem Deutschen Reich in einem Versuchslauf ein weiteres mal die Herausforderung an. Wieder erzeugte eine reichsdeutsche Lorenz S42 Maschine den Code, und Radiobastler aus Paderborn hatten die Aufgabe, diesen in die Welt hinaus zu senden. Tatsächlich war ein “Amateur” aus Bonn namens Joachim Schuth schneller. Er hatte eine selbst programmierte Software-Suite zu Hand, die den Code fixer entschlüsselte (Donnerstagnacht) als Colossus selbst. Dieser war am Freitag (16.11.), gerade zum Ende der Mittagspause damit fertig. Womöglich hätte der antike Rechner sein Ergebnis noch früher abliefern können, wären nicht beim Endspurt zwei Röhren geplatzt. Richtig, das Ding lief noch mit Röhren, wie man sie heute höchstens noch in Gitarrenverstärkern findet. Das National Museum of Computing at Bletchley Park, wo Colossuss untergebracht ist, hofft mit diesen und ähnlichen Aktionen sechs Millionen britischer Pfund an Spenden einzunehmen, um so die Geschichte des Computers von seinen Anfängen an für die Nachwelt erhalten zu können. [fe]

BBC