Microsoft: Noch `n Welteroberungsplan

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Als Erster hat Microsoft sich eigentlich noch nie in einem neuen Geschäftsfeld getummelt, aber ein Näschen dafür, wo’s Geld zu holen gibt, hatten Gates, Ballmer & Co. immer. Folgerichtig verkündet der Software-Riese jetzt, in drei bis fünf Jahren eines der beiden führenden Unternehmen auf dem Online-Werbemarkt sein zu wollen.

Zu einem Highlander-mäßigen „es kann nur einen geben“ will Microsoft sich zwar nicht steigern, ansonsten aber ist das Ziel ambitioniert: „10, 20, 30, 40“ heißt die Strategie, die Kevin Johnson, bei Microsoft für Plattformen und Services zu ständig, auf einer Investorenkonferenz verkündet hat.

„10“ steht für das Ziel, dass 10 Prozent aller Page-Views im Internet auf Angeboten wie MSN.com oder Windows Live stattfinden – derzeit sollen es sechs Prozent sein.

„20“ Prozent ist der angestrebte Anteil an der Zeit, die User generell im Internet verbringen (statt wie bisher 17%).

„30“ Prozent lautet die Zielvorgabe für den Anteil an Online-Suchen: Von einem Marktanteil von derzeit 10% will Microsoft deutlichen Boden auf Yahoo und Google gutmachen.

„40“ schließlich kennzeichnet den Anteil an den Einnahmen digitaler Werbeplattformen, die Microsoft künftig in die eigenen Taschen streichen will – auch das ein anspruchsvolles Vorhaben angesichts von gerade einmal 6 Prozent, die das Unternehmen im Moment erreicht.

Während die an Planvorgaben aus der Zeit des real existierenden Sozialismus’ gemahnenden Zahlen zu gegebener Zeit ihre Überprüfung in der Realität erfahren werden, blieb die Frage offen, wem denn nun die Rolle des einzigen künftigen Sparring-Partners zugedacht ist – das G-Wort wollte Johnson jedenfalls nicht in den Mund nehmen. [gk]

Reuters / News.com