„Hacker des Jahres“ bekommt Polizeibesuch

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Technisch besonders anspruchsvoll war der sogenannte „Hack des Jahres“ nicht einmal nach Meinung seines Urhebers- aber da das Objekt seines Interesses der Mail-Verkehr zwischen Botschaften war, schickte ihm die Politik die Polizei ins Haus.

Den gläsernen Bürger finden staatliche Stellen immer gut, mit der Einsicht in die eigene Geheimdiplomatie dagegen haben sie es nicht so sehr: Diese Einsicht manifestierte sich bei Dan Egerstad in Form einer Polizei-Razzia und einem Verhör.

Der schwedische Sicherheitsberater hatte im August Daten aus den Kommunikationsnetz weltweit verteilter Botschaften gefischt und sich Zugang zu 1.000 E-Mail-Accounts verschafft, in denen sich vertrauliche diplomatische Memos und ähnlich sensitives Material befand.

Nachdem Egerstad das den betroffenen Regierungen mitgeteilt, aber keine Reaktion erhalten hatte, machte er 100 der Accounts mit allen Login-Informationen öffentlich, was ihm dann die eher nicht so freundliche Aufmerksamkeit der schwedischen Pendants zu FBI und CIA bescherte.

Nach ein wenig Vandalismus und Konfiskation in seiner Wohnung und einem Verhör nach dem Muster „guter Bulle / böser Bulle“, verfiel man dann mangels anderer Erfolge auf die Idee, ihn wegen des Besitzes von acht PS2s des Diebstahls zu bezichtigen. Letztlich waren die Hüter der Staatssicherheit aber offenbar selbst von der Tragfähigkeit dieses Vorwurfs nicht so recht überzeugt und ließen Egerstad laufen. Anklage gegen ihn wurde bisher nicht erhoben. [gk]

Sydney Morning Herald

Audio-Interview mit Egerstad