Apple hat doch recht, sagt Warner Music

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Music Biz jetzt als Soap Opera: Warner Chef Edgar Bronfman den Tränen der Reue nahe.

Auf dem GSMA Mobile Asia Congress in Macau beschwor Warner Music Boss Edgar Bronfman die anwesenden Vertreter der Mobilfunkindustrie mit eindringlichen Worten, nicht die selben Fehler zu machen… wie er selbst. “Wir haben uns selbst zum Narren gehalten”, bekannte er, und “Wir hatten angenommen, dass unsere Produkte perfekt waren. Wir hatten erwartet, dass unser Geschäft unberührt bliebe, auch wenn die Welt der Interaktivität, Konnektivität und des Filesharing explodierte. Und natürlich hatten wir unrecht. Und wie unrecht hatten wir? Indem wir still standen, oder uns nicht schneller als ein Gletscher bewegten, steuerten wir auf einen Krieg gegen unsere Konsumenten zu, verweigerten ihre Bedürfnisse, die sie aber anderswo erfüllen konnten. Das zu erwartende Ergebnis war, dass die Konsumenten gewonnen haben.” Ausserdem lobte Bronfman Apple und seine Produkte über den grünen Klee, beschrieb Apple-Software als brilliant und das iPhone mit spektakulärem User-Interface versehen.

Was soll man nun von einem solchen Vorabendserien-fähigen Kniefall halten? Gar nichts, kontempliert der Ihnen sehr ergebene Verfasser dieser Zeilen. Schliesslich verkauft Warner bis zum heutigen Tag keine DRM-freien Downloads, schon gar nicht zu reellen Preisen (99 Cent für eine komprimierte Digitalkopie sind ein schlechter Witz, liebe Leser!) und entlässt auch seine Künstler nicht aus den bekannten Knebelverträgen. Bravo, möchten wir also Edgar zurufen, Bravo für die ergreifende Vorstellung! Sie wird aber nichts daran ändern, dass ihr euren Laden demnächst zumachen könnt, liebe Warner Brüder. Wenn Apple euch nicht aus reinem Mitleid aufkauft, so als Werbemittelvertrieb für den iPod und seine Folgeprodukte. [fe]

Macuser