Oracle und SAP sind nicht mehr allein

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Wenn sich die Software-Streithähne demnächst gerichtlich streiten, wird es einen lachenden Dritten geben: IBM hat sich heimlich von hinten an das Führungsduo angeschlichen.

Oracle kauft bekanntlich im Markt der Firmensoftware alles, was seine Preise akzeptiert. Erzfeind SAP hielt sich bislang eher zurück, außer beim jüngsten Milliardenkauf von Business Objects (wir berichteten). Doch BO hat einen großen Konkurrenten: Cognos. Der kanadische Spezialanbieter von Analysesoftware wurde mal eben für rund 5 Milliarden Dollar (knapp 3,6 Mrd. Euro) in bar von IBM eingesackt. Das ging ganz geräuschlos über die Bühne, denn IBM und Cognos arbeiten seit 15 Jahren eng zusammen. Damit gibt Big Blue seine bislang propagierte Zurückhaltung in diesem Bereich auf. “Die Softwaresparte der IBM ist durch den Zukauf klar auf Konfrontationskurs zu Oracle, SAP und Microsoft gegangen”, kommentierte Andreas Bitterer, Analyst beim IT-Beratungsunternehmen Gartner.
“Wir werden durch die Cognos-Übernahme bis zu einem gewissen Grad mit SAP konkurrieren”, formulierte es ein Konzernsprecher etwas höflicher. IBM wolle aber weiterhin seine Datenbank DB2 für SAP-Anwendungen optimieren. Auch die alte Partnerschaft mit Business Objects solle weiter bestehen. Hören Sie das auch heraus? Klingt das nicht ein wenig nach IBM & SAP gegen Oracle? Wir dürfen gespannt sein. (rm)

Financial Times