EU-Kommissarin will Telekommarkt europaweit regulieren

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Die nationalen Grenzen bremsten den Markt aus, daher bedürfe es einer europäischen Aufsichtsbehörde. Den Mobilfunkanbietern gefällt das gar nicht – und die Bundesnetzagentur meutert auch.

„Europa braucht endlich einen gemeinsamen Binnenmarkt im Telekombereich“, argumentiert EU-Kommissarin Viviane Reding. Selbst in China könne man von Schanghai bis in die Wüste Gobi zu gleichen Bedingungen telefonieren, und die US-Netze reichten von San Franciso bis New York. Warum also sollte es innerhalb der EU 27 zerstückelte Systeme geben?

Morgen will sie ihre Vorschläge offiziell präsentieren, um „effektiven Wettbewerb von Lissabon bis nach Helsinki“ zu schaffen. Ziel: bis Ende des nächsten Jahrzehnts solle gar keine europäische Telekom-Regulierung mehr nötig sein.

Die beunruhigte Mobilfunkbranche warnt bereits vor den Plänen, denn das bringe mehr Bürokratie. Vorsorglich Alarm schlug auch Matthias Kurth, der als Chef der Bundesnetzagentur seine eigene Bürokratie viel besser findet. Und immerhin habe sein Laden doch schon für geringere Roaming-Entgelte gesorgt.

(bk)

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