Bundestrojaner: Teuer und leicht auszutricksen

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Ein Experte von der Technischen Universität Darmstadt übt Kritik an der Vorgehensweise der Bundesregierung.

Der Bundestrojaner, so wie die Meisten ihn sich vorstellen, existiert nicht. So gibt es keine generellen Regelungen für das Einschleusen des Spionageprogramms: “Wie die Software auf den PC installiert werden soll, hängt laut Innenministerium von dem Nutzungsverhalten der Zielperson ab: in Anhängen von E-Mails, über herumliegende CDs beziehungsweise USB-Sticks oder auch unter Ausnutzung von automatischen Updates oder Sicherheitslücken der aufgespielten Software”, meint Professor Johannes Buchmann, Leiter des Fachgebiets Theoretische Informatik der TU Darmstadt.

“Den einen Bundestrojaner wird es ohnehin nicht geben. Um einen Trojaner auf einen spezifischen PC einzuschleusen, muss bekannt sein, welche Hardware existiert, welches Betriebssystem läuft und welche Virenschutzprogramme”, warnt Buchmann, “Ohne die Software und deren genutzte Versionen zu kennen, können die BKA-Mitarbeiter natürlich nicht wissen, welche Sicherheitslücken vorliegen und wie sie sie umgehen können. Entsprechend müssen sie zuallererst das System ausspionieren, erst darauf hin kann ein Trojaner für diesen einzelnen Computer programmiert werden. Das kostet natürlich Zeit und Geld”. Auch wird es keine Kooperation mit Herstellern von Antiviren-Software geben und das Abhören von VoIP-Telefonaten bleibt auch mit dem Bundestrojaner weiterhin nicht realisierbar. (mr)

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