Medientage: Zeitungen überleben dank Internet

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Die deutsche Zeitungsbranche versucht sich mit dem Medium Internet zu arrangieren. Was zunächst die Ursache für die Krise auf dem Printmarkt war, wird nun als Allheilmittel gepriesen.

Zumindest die größeren Verlage haben das Web als lukrative Einnahmequelle und Wachstumsmotor für ihr Geschäft ausgemacht. Allerdings haben die Tageszeitungen immer noch mit enormem Druck im Anzeigengeschäft, Leserschwund und dem aktuellen Trend zu nutzergenerierten Inhalten im Internet zu kämpfen, die das traditionelle Journalismus-Verständnis ins Wanken bringen. Dennoch will die Branche mutig sein und verstärkt in Online-Aktivitäten investieren, kündigte sie auf den Medientagen in München an. Weniger klar scheint aber, welche Strategien den Weg aus der Krise weist. “Das muss individuell passend für den jeweiligen Verlag herausgefunden werden”, hofft Markus Kreher, Partner bei der Beratungsfirma KPMG. Klar, die würden daran gut verdienen. Man dürfe nicht jedem x-beliebigen Trend folgen, bremst Jens Müffelmann, Leiter Elektronische Medien bei Axel Springer. Klar, das bereitet ihm viel Arbeit. “Deutschland hat in punkto Internetnutzung noch 200 Prozent Wachstumspotenzial”, prognostiziert wiederum Harald Summa, Geschäftsführer des eco-Verbandes der deutschen Internetwirtschaft. Klar, er ist Berufsoptimist.
Und alle Zeitungsverleger wünschen sich entsprechende politische Maßnahmen, damit sie künftig multimedial aktiv sein können. Beispielsweise einen leichteren Zugang zu Rundfunk und Fernsehen für die Verlage, brachte es Andreas Scherer, Vorsitzender des Verbands Bayrischer Zeitungsverleger (VBZV), auf den Punkt. Ein wunder Punkt, stürmen doch gerade die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren sprudelnden Gebührenmilliarden fröhlich das deutsche Internet. (rm)

pte