Verschlüsseltes P2P immer beliebter
Kryptografie für privat kopierte Filme und Musik? Offizielle ringen nach Antworten.
Der anhaltende Krieg gegen die Privatkopie verursacht derzeit neue Kollateralschäden. Wie die Kollegen vom britischen Register einem örtlichen Internetprovider entlockten, stieg dort der Anteil verschlüsselter Torrents innerhalb von 12 Monaten von vier auf 40 Prozent, also das Zehnfache. Erste Reaktionen vom nationalen Arm der Musiklobby: “Unsere Internetdetektive, die Provider und die Polizei sind sich dieser Nutzung von Kryptografie bewusst. Diese wird schon seit längerem in anderen Formen von Internetkriminalität eingesetzt.” Was da von Matt Phillips, Sprecher des British Phonographic Institute zu hören war, entspricht der Standardausrede “alles Terroristen”. Das Drama hat aber bereits grössere Ausmasse angenommen. Dazu Neil Armstrong, Products Director der British-Telecom-Tochter PlusNet: “Man kann nicht beurteilen, ob ein Internetnutzer urheberrechtlich geschütztes Material herunterlädt oder nicht, ausser man untersucht jedes Packet, das über die betreffende Leitung geht. Wir würden so etwas aber nur tun, wenn wir dazu rechtlich verpflichtet sind, und selbst dann wäre es unwahrscheinlich, dass wir verschlüsselte Daten untersuchen können”. Was der nette Herr von der British Telecom da so gepflegt formuliert, könnte das Ende der juristischen Verfolgung von Tauschbörsenbenutzern bedeuten. Wobei das die in einer Lose-Lose-Möbiusschleife gefangenen Privatkopie-Feinde nicht weiter interessieren muss, deren Tage sind sowieso gezählt. [fe]
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0 Antworten zu Verschlüsseltes P2P immer beliebter
Genau, deren Tage sind gezählt. Radiohead, Madonna und zahlreiche andere Künstler zeigen uns doch, daß die Zeiten der angestaubten Rechteverwerter gezählt sind. In ein paar Jahren wird der Begriff “Musikindustrie” aus dem Jargon gestrichen sein. Das Internet kann halt alles besser. Der Kunde sucht SICH seine Musik und benötigt dafür keine bezahlten “Entdecker” mehr. Deren Arbeit in den letzten Jahren sowieso unter aller Sau war, wenn nicht sogar nur noch gecastet wurde. Kernschrott… bringt mir die Kunst und ihre Liebhaber wieder.
was für ein programm muss ich benutzen um verschlüsselte torrentz nutzen zu können, oder ist das automatisch ?
eigentlich haben die meisten neueren versionen der verschiedenen clients irgendwo ne option zum verschlüsseln. zb utorrent.
da kann man einstellen ob nur verschlüsselt getauscht wird oder man selbst verschlüsselt aber auch unverschlüsseltes annimmt. imho läufts noch ein bisschen lahm wenn man nur die verschlüsselte verbindung forciert.
Aber das bringt doch gar nichts, ob man nun die Verbindung verschlüsselt oder nicht. Kein Provider prüft nach was transferiert wird. Die Medienindustrie stellt Honeypots auf. Saugt jemand von dort, ob nun verschlüsselt oder nicht, wird dessen IP gespeichert und beim Provider die Rausgabe der dazugehörigen persönlichen Daten eingeklagt. Oder eben die Medienindustrie schaut wer in den P2P-Netzwerken was anbietet.
Der einzig wahre Weg ist ein verschleiern der IP indem man über mehrere Nodes routet (TOR, I2P, …) oder gar ein verteiltes dezentrales Netzwerk wie Freenet. Oder halt kleine Darknets zu welchen nur Leute Zugang haben, denen man vertraut. Aber das wäre kein effizientes P2P mehr, weil zu wenig Inhalte. Verbindungsverschlüsselung ohne IP-Verschleierung zum Zweck, dass man sich nicht vor Klagen der Medienindustrie fürchten muss, ist schlicht und einfach nutzlos.
Wenn die User das nur raffen und endlich mehr Leute die wirklich sinnvollen Lösungen wie Freenet nutzen würden, würde Freenet zum Einen ganz automatisch schneller werden und zum Anderen die Medienindustrie in einer gewaltig tiefen Scheiße stecken, weil dann ihre FUD-Strategie absolut wirkungslos sein wird.
Zudem gäbs dann im Freenet auch mal was Ordentliches abzugreifen. Zurzeit profitieren nur Kinderficker vom Freenet. :/
freenetproject.org
naja, da meine verbindungsdaten eh bis zu 2 jahren gespeichert werden, ist es mir lieber, wenn sie wenigstens daraus nicht nachvollziehen können welche linux distri ich mir gesaugt habe beispielsweise. perfekt ist das noch nicht aus o.g. gründen, aber werde mir die seite mal angucken :) danke
@torr: KTorrent unterstützt z.B. verschlüsselte Verbindungen und IP-Filter. Die Verschlüsselung ist Bestandteil des Bittorrent-Protokolls, also könntest Du auch mit anderen Clients Glück haben.