Pusselarbeit für das Netzwerk
Automatisierte Verteilung statt Turnschuh-Installation

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Die Software über das LAN zu verteilen spart Geld und macht das Leben leichter. Weshalb also machen das nicht alle Firmen so? Alan Stevens schüttelt den Kopf über mangelnde Effektivität in Firmen.

Achselzucken bei den Admins

Pusselarbeit für das Netzwerk

Außer Beiträge für IT Week und andere Computerzeitschriften zu schreiben, erhalte ich von Zeit zu Zeit auch Aufträge für “echte” Arbeit, etwa die Installation und den Support für eine Reihe von Software-Produkten, die ausschließlich für den Einsatz in Netzwerken gedacht sind. Deshalb bin ich verwundert, warum so wenige Firmen, mit denen ich zu tun habe, Anwendungen über das LAN verteilen und installieren.

Wenn ich die Netzwerkmanager danach gefragt habe, war zumeist Schulterzucken die Antwort und sie drehten den Spieß um und fragten: “Was schlagen Sie vor?” Gleiches passiert, wenn ich nach der Installation von Patches und Updates frage.

Dabei handelt es sich um eine Angelegenheit, die eigentlich jedes Unternehmen zentral geregelt haben möchte. Aber die wenigsten tun auch nur einen einzigen Schritt in diese Richtung.

Ich mag ja etwas naiv sein, aber es hat doch etwas Seltsames, insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass Netzwerke schon von Natur aus diese Tätigkeiten wesentlich leichter machen können und sollten. Man muss nicht mehr zu jedem einzelnen PC am LAN hinrobben, um Software zu installieren – man gibt stattdessen den Code einfach über das Netzwerk durch. Außerdem gibt es schon eine Unmenge von Tools, mit denen man dies erledigen kann.


Kostenlose Tools sogar von Microsoft

Pusselarbeit für das Netzwerk

Kürzlich war ich beispielsweise damit befasst, ein Audit Tool in ein lokales Behörden-Netzwerk von um die 2000 PCs zu verteilen – über Logon-Skripte (ja, die gibt’s wirklich noch!). Ich habe auch Software installiert und dafür die Windows Group Policy verwendet obwohl nur wenigen Netzwerkmanagern diese Möglichkeit bekannt ist, geschweige, wie sie anzuwenden ist. Es sind auch viele Standardprodute und Funktionen in größeren Netzwerkmanagement-Suiten zu haben.

Microsofts kürzlich aufgemotztes und angepriesenes System Center sowie ZENworks von Novell kommen mir da spontan in den Sinn.

Ein weiteres häufig übersehenes aber äußerst wichtiges Tool ist Windows Server Update Services (WSUS). Statt dass sich jeder PC im Netzwerk sein Update direkt von Microsoft holt, kann WSUS die Updates einmalig herunterladen und sie lokal verteilen. In Sachen Bandbreite ist es sehr effizient und der Admin kann die Updates auf Kompatibilität mit vorhandenen Anwendungen prüfen, bevor man sie auf die Nutzer loslässt. Außerdem ist es kostenlos – und da fällt es wirklich schwer zu begreifen, warum so wenige Unternehmen dies wirklich nutzen.


Gebt die “Legwork” doch dem “Network”!

Pusselarbeit für das Netzwerk

Ich kann in gewisser Hinsicht das Widerstreben in kleineren Unternehmen verstehen, Ressourcen für diese Dinge freizumachen. Es braucht schließlich Zeit und Mühe, irgendein automatisches Software-Verteilungssystem einzurichten und bei einem kleinen Netzwerk ist man wahrlich schneller, wenn man zu den einzelnen Stationen hinläuft und die neuen Anwendungen und Updates aufspielt.

Wenn aber die Anzahl der Nutzer und Standorte zunimmt, wird es sehr schnell wesentlich effektiver sein, diese Prozesse zu automatisieren. Man spart Kosten, Zeit und Mühe im Vergleich zur “Handarbeit”.

In den Unternehmen, wo ich zu tun hatte, waren die Netzwerkmanager für alles und jedes verantwortlich. Also los Jungs, nehmt euer Netzwerk, um die Software zu verteilen. Das spart Geld und macht euer Leben – und nicht zuletzt meins – wesentlich leichter.