Finnland verschärft Waffengesetze

Allgemein

Die Finnen haben verstanden. Sie schieben die Schuld an ihrem ersten Schul-Amoklauf nicht auf die Medien, nicht auf die Erzieher und nicht auf die Eltern.

Sie glänzen mit besten PISA-Bewertungen und reagieren auch klug auf den per YouTube-Video angekündigten Amoklauf in Tuusala. Sie wollen nicht mehr das Land mit der höchsten Waffenverbreitung nach den USA und dem Jemen sein.

Das finnische Kabinett trat noch gestern zusammen nach dem Schul-Amoklauf in Tuusula, der acht Menschenleben gefordert hatte. Der 18jährige Schüler hatte seine Waffe ganz legal gekauft und auch einen Waffenschein – vor einem Monat von einem Schützenverein bekommen. Einen Waffenschein kann man in Finnland bereits mit 15 Jahren beantragen. Das wollte die EU bereits ändern, kam bei den Finnen damit aber nicht durch. Rund 56 Prozent der finnischen Bürger besitzen eine Schusswaffe.

Statt Medien, Lehrern, Eltern, Sozialarbeitern oder wem auch immer die Schuld zu geben, kamen die Finnen schnell zum naheliegenden Ergebnis, dass ein solcher Amoklauf praktisch nicht ohne Schusswaffe stattfinden kann. Es aber immer und überall einen geben kann, der sich eine Waffe schnappt und um sich schießt, warum auch immer. Der finnische Ministerpräsident kündigte die überfällige Überprüfung der Waffengesetze an.

(bk)

Welt